Hallo miteinander, Fans und Faninnen und alle, die
gestern um 9 Uhr noch faul in der Kiste lagen, wen´s interessiert,
hier einige Anekdoten vom gestrigen WÜ Marathon:
(2
Runden á 21 km, Sonne, 13 – 20 °C, windig, mein
Ziel ca. 3:20 h …)
5 Uhr: Die Nacht ist zu Ende, ich quäle
mich mit einem dicken Schädel aus´m Bett, checke zum
letzten Mal das Equipment und würge mein Frühstück
+ Aspirin hinunter.
5:45 Uhr ab ins Auto und los geht’s
Richtung Würzburg – irgendwie hat keiner von uns so recht
Lust, sind tierisch nervös und genießen den Sonnenaufgang.
7 Uhr: Nachdem wir in WÜ ´zig
Straßensperren umfahren haben, konnten wir einen Parkplatz
in Startnähe ergattern, treffen die letzten Vorbereitungen
und jede Menge bekannte Gesichter und machen uns gegenseitig noch
nervöser.
9 Uhr: Startaufstellung, Chaos hoch 10,
in welche Richtung starten wir eigentlich? Dank meiner 2 roten Punkte
auf der Startnummer darf ich ganz nach vorne in den ersten Startblock
und mit Ellenbogeneinsatz erkämpfe ich einen Platz ziemlich
an der Spitze. Irgendwie tut sich nix und wie sich später herausstellte,
lag es daran, dass der Favorit (ein Kenianer) seine Laufschuhe vergessen
hatte und seine Betreuer auf die Schnelle noch Schuhe für ihn
besorgt haben (die laufen doch sonst auch barfuß!?!).
9:05 Uhr: Endlich, es geht los und wieder
mal muss ich feststellen, dass sämtliche Muttis, Walker, Anfänger
… in der ersten Reihe standen und alles blockierten (wenn
einer 5 Stunden läuft, kommt es natürlich auf 10 sec an!!),
aber wozu hat man Ellenbogen? Grauenvoll, was sich abspielt, bis
man die alle hinter sich hat und endlich frei laufen kann (ähnlich
einer Massenschlägerei mit Hackentreten, Schubsen und Kratzen)….
Ups, der erste km in 4:06 – 34 sec. zu schnell, also erst
mal Tempo raus.
Yippih, die Sonne kommt raus und brennt gnadenlos, aber die Strecke
führt größtenteils im Schatten am Main entlang,
durch Wohngebiete, sogar Zuschauer stehen am Rand und feuern uns
an. An den ersten Verpflegungsstellen sind wieder die Ellenbogen
gefragt, da hier alles durcheinander rennt und wer auch immer auf
die Idee kam, Plastikbecher einzusetzen, gehört …, die
Dinger brachen, sobald man sie gegriffen hat. Ärgerlich, denn
alle 2,5 km ausreichend Wasser zu bekommen, entscheidet über
Sieg oder Niederlage. Verschiedene Marching- und Sambabands sorgten
für Stimmung und die erste Runde verging wie im Flug. Langsam
mache ich mir Sorgen, es tut noch nichts weh, obwohl schon viele
Läufer Gehpausen einlegen, kann ich das Tempo ab km
21 deutlich erhöhen (auch ohne Dope). Na mal sehen,
wie lange noch und so rolle ich das Feld auf und überhole einen
nach dem anderen und wundere mich über die teilweise lustigen
Trikots der Läufer. Einer rennt mit´nem Shirt: „Keine
Macht den Drogen!“ Armer Kerl, der weiß ja gar nicht,
was er verpasst. Aber „Happy Running“ fand ich dann
auch nicht wirklich witzig nach 27 km und Bullenhitze. Wichtig:
Trinken, trinken, trinken … an einer Verpflegungsstelle will
mir einer Red Bull anbieten, nett gemeint, ich hätte aber lieber
ne Cola gehabt und außerdem wollte ich keine Flügel,
die hätten mich sicher beim Laufen gestört … !
KM
30 und immer noch tut nix weh, das gibt’s doch gar
nicht! Ein Blick auf die Uhr und die Hochrechnung ergibt irgendwas
um die 3:15 h – so schnell kann ich doch gar nicht laufen!?!?!
Einer fragt, als ich ihn überhole: „Gut drauf?“
Ich: „Ja, und manchmal auch gut drunter!“ Über
dessen Gesicht musste ich noch einige km weiter lächeln.
Km 37: Es geht wieder (und zum letzten
Mal) in die Innenstadt. Ohrenbetäubender Lärm empfängt
uns, Trillerpfeifen, Rasseln … Wahnsinn! Nun gehen die Akkus
zur Neige, die Beine werden schwer, das Kopfsteinpflaster tut sein
übriges. Km 39 mir knallt´s
vor Anstrengung das linke Ohr zu und der Kreislauf verabschiedet
sich – jetzt bloß nicht schlappmachen. Ich schau auf
die Uhr – kann das sein? Die 2. Hälfte 2 Minuten schneller?
Oh, eine Frau 100 m vor mir, der Ehrgeiz kommt noch mal, ich sprinte
los und hänge mich an sie. Ein letztes Mal über die Kopfsteinpflasterbrücke,
wo viele Bekannte stehen und mich anbrüllen. 100 m vorm Ziel
konnte ich sie abhängen, wurde aber 10 m vorm Ziel von ihr
wieder überspurtet – wurscht, die Zeitnahme erfolgt ja
elektronisch, von daher ist die Rangfolge beim Zieleinlauf nicht
maßgebend. Boah, bin ich platt, der Kreislauf verabschiedet
sich endgültig, erst mal hinsetzen und durchschnaufen und dann
ein kühles Erdinger!!!
Das Ergebnis: Verbesserung meiner Bestzeit um
über 2 min: 3:14:03 h, 7. Gesamtfrau, 2. Platz in der Unterfrankenwertung
und 3. in der Altersklasse.
Autogrammkarten gibt’s wie immer gegen einen ausreichend frankierten
Rückumschlag ?!
Viele Grüße
Katja
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