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Transalp-Reisebericht vom 03. bis 13. Juli 2008

Nach professioneller Vorbereitung verabredete sich auch in diesem Jahr ein homogenes, fünfköpfiges Team aus unserer Bikertruppe zu einer mehrtägigen Alpenüberquerung. Neben Jungfuchs Alex, der erste Sporen in der großen weiten Welt sammeln durfte, fehlte auch nicht der im Hochgebirge erfahrene Volker aus den Daxberger Bergen. Christian stellte beim letztjährigen Ötztaler Radmarathon sein Stehvermögen klar unter Beweis und bedeutete somit auch kein großes Risiko, so dass Michael und Mario - die TSG-Pioniere bei der Alpenüberquerung – am Donnerstag, 3. Juli, mutig und voller Zuversicht die Reise gen Süden antreten konnten. Nach elf Tagen trafen sie wohlbehalten wieder in der Heimat ein und Mario schickte diesen zusammengefassten Reisebericht und ein Reihe schöner Aufnahmen.

Am 3. Juli starteten wir mit dem Zug von Aschaffenburg nach Jenbach. Ab München wurde es zusehend dunkler und bis Jenbach regnete es sich richtig ein. Unsere erste Übernachtungsmöglichkeit in Jenbach erreichten wir schon patschnass, nach nur fünf Minuten Fahrzeit.  Tags darauf machten wir uns ausgeruht und gestärkt auf den Weg. Über Weerberg zur Weidener Hütte, Geiseljoch, Lanersbach und dann nach Hintertux. Da es gleich am Anfang der Tour zu regnen begann und die Weidener Hütte wegen Umbauarbeiten geschlossen hatte, mussten wir kurz vor dem Geiseljoch das erste Opfer mit einem Hungerast beklagen. Aber so ist das mit den Lehrlingen: Lehrjahre sind keine Herrenjahre! Am Geiseljoch hatten wir gefühlte null Grad. Über Schneefelder ging es abwärts nach Hintertux, wo wir wegen des bescheidenen Wetters um 15:00 Uhr Feierabend machten. Tagespensum: 52 km, 11,4km/h Schnitt bei 1995 Höhenmeter.

Am 5. Juli sahen wir zum ersten Mal auf dieser Reise die Sonne. Es ging über die bekannte Strecke Tuxerjoch-Kasern- Grieß- Sandjoch, bis hinunter nach Sterzing. Die Bergankunft an der Tuxerhütte ging überlegen an mich, dafür zeigten mir die anderen, wie man den Berg hinunter fährt und nicht schiebt.  Im Tagesverlauf brachten die Jungs 67 Kilometer und 2100 Höhenmeter hinter sich, im durchschnittlichen Tempo von 12 km/h. Am nächsten Morgen fuhren wir über den Radweg Richtung Brixen-Mühlbach-Zums nach St. Lorenzo. Geplant war an diesem Tag, noch den Kronplatz zu erklimmen. Da wir aber im St. Lorenzo so richtig geduscht wurden, nächtigten wir auch hier. So genehmigten wir uns einen Ruhetag nach zuletzt 69 Entfernungskilometern, mit einem Schnitt von 16.1 km/h und mageren 1500hm.

Am 7. Juli machten wir uns bei starker Bewölkung auf in Richtung Kronplatz. Danach über St. Vigil-Ritjoch-Alt Wengen- Heiligen Kreuz nach St. Leonard. In der Nähe des Hl. Kreuz hatten wir auf Grund  eines Fahrfehlers von Michael den einzigen Plattfuß der Tour zu beklagen. Zu unserem Glück fing sich Michael den Platten fünfzig Meter vor einer bewirtschafteten Hütte ein. Da es just zu diesem Augenblick zu regnen anfing, machten wir an der Hütte eine Zwangspause.Während wir vier uns bei Cappuccino und Strudel gütlich taten, konnte Michael mit Kuhscheiße an den Händen seinen Schlauch wechseln. Die restlichen 10 km bis zu unserer Pension wurden wir mal wieder schön geduscht. Bei dieser Gelegenheit zeigte ich meinen Mitstreitern, wie man aus Plastiktüten Überschuhe bastelt. Trotzdem kamen 63 Kilometer zusammen. Die 2900 Höhenmeter reduzierten den Schnitt auf mickrige elf km/h.

Am sechsten Reisetag führte es uns Richtung Sella. Das Wetter zeigte Gnade und gegen Mittag kam sogar die Sonne durch. Über Pedraces-Villa-Pralongia Hütte- Arabba-Passo Pordoi-Bindelweg-Canazei fuhren wir nach Moena. Abends nächtigten wir im Hotel Piedibosco,wo wir das beste Preis-Leistungsverhältnis in den gesamten Tagen genossen. 69 km, 14 km/h Schnitt, bei 2100hm notierten wir in unsere Tagebücher. Am 9. Juli fuhren wir bei bestem Wetter um die Latemar Gruppe, über den Karerpass-Karersee-Reiterjoch-Cavalese  nach Truden. Am Karerpass trafen wir auf eine Gruppe amerikanischer Radtouristinnen mit einem Tourenleiter aus Wisconsin (US-Staat Madison). Hier machte Volker schon seine Übernachtungen für den Ironman im nächsten Jahr klar. Michael der für ein solch großes Event längst reif ist, überlegt nun - anstatt in Frankfurt - nun in Wisconsin zu starten.  65 km bei durchschnittlich 15 km/h brachten wir hinter uns, bei 1450hm. Am 10. Juli ging es über das Trudener Horn zum Lago Santo-Faver-Passo Redebus nach Caldonazzo. Die Dolomiten hinter uns, kam ich mir vor wie auf dem Eselsweg. Dunkle Wälder, viele Wurzeln, hin und wieder mal ein Blick ins Etschtal. Tagesergebnis: 82 km, 14.5 km/h Schnitt, 2180 hm.

Am 11. Juli erreichten wir den heiß ersehnten  LAGO. Am letzten Pass demonstrierte uns der bis dato defensiv fahrende Daxberger Bergspezialist, wie man es Berg aufwärts so richtig krachen lässt. Inzwischen zeigte das Quecksilber weit über 30 Grad und wir waren froh, heil am Gardasee angekommen zu sein, nach 75 km, 17er Schnitt und 1600  hm. Zum Abschluss gönnten  wir uns am folgenden Tag noch einmal den Tremalzo, ein richtiger Gardasee Klassiker. Hier flogen wir ohne Rucksäcke förmlich den Berg hinauf. Letztes Tagespensum: 75 km Länge, 2000 m Höhe und ein Schnitt von 17 km/h. Am 13. Juli ging es dann von Rovereto mit dem Zug in Richtung Heimat. Dank der vielen Umsteigerei vergingen die 16 Stunden Heimreise wie im Fluge.

Mario Stenger alias Antonio Pinto bzw. Moret aus Münster

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