Manfreds neue Freizeitlatschen oder:
Crocs and no socks
ein Beitrag von Manfred
Steffen
"Eben
dreht er durch", dachten sicherlich
viele, als ich zur ersten öffentlichen Lauferprobung mit Crocs
und Baby-Jogger am letzten Dienstag antrat. Ich lag wahrscheinlich
ziemlich richtig, nachdem mehrere Lauftreffkolleginnen und -kollegen,
unabhängig
voneinander fragten: „Damit willst
du wohl nicht mitlaufen, oder“?
Womit sie nicht den Babyjogger mit Tim
als Besatzung meinten, sondern meine Test-Crocs, in der einzigen
erhältlichen Weicheifarbe beigebraun. Man(n)/Frau trägt
wohl sonst Signalfarbe orangegelb oder giftgrün. Damit wird
man bestimmt nicht übersehen oder gar überfahren. Ich
hatte aber vorher schon etliche heimliche Testkilometer (sonntags
ganz früh oder auch nachts) mit verschiedenen Renn-Neuerungen
gemacht, mit und ohne Socken. Im Alltag bewährten sich die
Dinger bereits. Sogar 1410
Flugkilometer am Stück, mit unserem Vereinsmotorsegler
Grob 109, überstanden
sie unbeschadet. Dabei musste ich wegen der Wolken, die sich einfach
so in den Flugweg stellten, auf dem Rückweg auf über 3500m
zwischen Lyon
und Bourge en Bresse
aufsteigen. Das war möglich dank Turbo und
meinen leichten Schuhen. Wegen der übermäßigen Höhe
der Wolken (Cumulus Crawallus) von exakt 10000m
sind wir im weiteren Flugverlauf in einer riesigen Wolkenlücke
über Bourge en Bresse wieder abgestiegen. 705km
Flugstrecke konnten jedenfalls dank Höhe und Rückenwind
in Rekord verdächtigen 3:12
Stunden bewältigt werden. Zeitweise lag die GPS-Geschwindigkeit
deutlich über 300km/h
(bei angezeigten 170km/h), trotzdem gaben die Crocs meinen Füßen
unter allen Umständen ein angenehmes Fußklima und prima
Steuergefühl, das sieht man denen nicht an, oder?
Bei meinem ersten Kontakt mit diesen Crocs
staunte ich nicht schlecht über die leichte und angenehme Tragweise,
zumindest in den zwei Minuten, die ich im Schuhladen verbrachte.
Also riskierte ich 34 Euro, um sie mal genauer zu testen. Mein Traum
war schon immer, barfuß zu laufen, das endete damals mit einer
Stechwarze. Mit den Crocs ist das Gefühl ähnlich, nur
sind die Füße besser geschützt. Sogar Splitsteinchen
fliegen nach ein paar Schritten von allein wieder raus. Mit meinen
guten Marathonschuhen holte ich mir schon mal Blutbläschen
und musste zwangsweise einen Boxenstopp einlegen. Außerdem
stellte ich bei meinen Schuhkäufen fest, dass die Schuhe gar
nicht groß genug sein können, denn dann muss man sie
hinten nicht aufschneiden. Sie dürfen halt beim Laufen nicht
davon fliegen. Das Gewicht der Crocs beträgt bei meiner Grösse
12 (übersetzt: 47!)
nur 192gr/Schuh.
Das verleiht einem auch ohne Redbull fast Flügel, gerade bei
meinem hochfrequenten Laufstil, einfach geil. Meine guten Asics
wiegen ausgetrocknet immerhin noch 480gr/Schuh.
Nun bahnte sich der Vita Nova Triathlon
in Seligenstadt an und ich dachte, dass die Wechselzonen mit den
Crocs in Rekordzeiten (90 + 20sek) geradezu durchflogen werden können,
was tatsächlich stimmt! Schuhwechsel ist nicht mehr! Deshalb
beschloss ich ganz kurzfristig, am Tag vor dem Vita Nova schnell
mal beim Honischlauf
in Niedernberg den Härtetest durchzuziehen. Das war übrigens
ein Tipp unseres Häuptlings Manni.
Für mich – aber nicht für einige Zuschauer –
verliefen die 10km völlig unspektakulär, wenn man unberücksichtigt
lässt, dass ich bei einem 10km Lauf seit Ewigkeiten mal wieder
unter 45 Minuten
gelaufen bin. Ich glaube, das war noch im letzten Jahrhundert!?
Da ich wegen der Kürze der Zeit keinen Schwimmtest mehr machen
konnte, beschloss ich, mit der inzwischen bewährten Rennmodifizierung
(zwei kleine Gummis) in Seligenstadt zu starten. Meine
Schwimmerei dort war katastrophal. Der Wechsel aufs Fahrrad flutschte
aber nur so. Und zur Laufstrecke konnten Fahrrad, Flaschengürtel,
Helm, und Brille einfach im vollen Lauf aufgeworfen werden. Na ja,
das Laufen war doch zäher als erwartet. Vielleicht macht man
am Vorabend doch besser keine Materialtests mehr, bei einem Straßenrennen
über 10km. Das war wohl auch der Grund, warum ich ganze sechs
Sekunden schlechter abschnitt, als im Vorjahr - oder war die Schwimmstrecke
länger? (Stimmt tatsächlich – statt 750m waren es
800 bis 850, Anm.d.R.). Meine Füße und Knochen haben
subjektiv weniger gelitten als 2006, als ich auch ohne Socken, aber
mit Penatencreme in den Laufschuhen über die Fahrradstrecke
und die Laufdistanz ging. Der Dauertest für Gelenke und Rücken
steht noch aus. Allerdings befinde ich mich mit diesen Körperteilen
in momentaner Bestform, vermutlich wegen der Crocs? Nach dem Dauertest
von inzwischen 100km zu Fuß stellt
sich an den Crocs sichtbarer Verschleiß ein, doch die Dämpfung
scheint so schlecht nicht zu sein. Um Gerüchten gleich vorzubeugen
und da könnt Ihr meine Andrea fragen…,
im Bett ziehe ich die nicht an.
Blue skies
Manfred
Steffen - 21.06.2007
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