| Abteilungsausflug nach
Koblenz
Am
Freitagnachmittag trafen die Mitglieder der Ausdauersportabteilung,
zwanzig Erwachsene und sechzehn Kinder so zwischen 14 und 20 Uhr
in der Jugendherberge auf der Festung Ehrenbreitstein ein, obwohl
das Programm eigentlich um 15 Uhr beginnen sollte. Bedauerlicherweise
waren nicht alle Zimmer mit Dusche und WC ausgestattet und das machte
der Reiseleitung erhebliches Kopfzerbrechen. Ausgerechnet die zuletzt
angereiste Familie erhob auch noch den größten Anspruch
auf diese Ausstattung. So erbrachten unser Abteilungsleiter mit
seiner Frau das erste große Opfer an diesem Wochenende, auch
um massive Abreiseandrohungen zu vermeiden. Gegen 15 Uhr traf man
sich also zum ersten Mal zum Kaffee und den ersten vorweihnachtlichen
Lebkuchen. Anschließend konnten die Kinder einen netten Überraschungsfilm
sehen. Unsere Reiseleitung ist sich sicher, dass deren Eltern nicht
einmal den Filmtitel kannten, denn sie fanden zwischenzeitlich an
der Dartscheibe gefallen, widmeten sich dem Kicker oder gaben sich
dem Hefeweizen hin. Beim ersten Abendessen um 18 Uhr wurde dann
sehr deutlich, dass wir in einer Jugendherberge mit Vollpension
gelandet sind. Der Kartoffelbrei schmeckte so wie bei Muttern, ebenso
die Zwergkarotten. Doch der Fisch im Ledermantel erschreckte sogar
den letzten Fischstäbchenesser. Unmittelbar danach sorgten
die Athleten mit den nächsten Hefeweizen für einen angemessenen
Ausgleich ihres Flüssigkeitsbedarfs. Das Dartgerät wurde
mit Strom versorgt und auf Dauerbetrieb gestellt. Schade, dass dieses
Gerät nicht für Tonaufzeichnungen ausgerüstet war.
Die Trefferprognosen waren in der Regel total überzogen und
die dann erzielten Ergebnisse wurden entsprechend ungehalten kommentiert.
Damit überraschten uns sogar die jüngeren Teilnehmer.
Bei einem von der Jugendherberge vorbereitenden Schauspiel für
große Geister, wurden königliche Eigenschaften einiger
Mitglieder deutlich. Gleichzeitig stellte man fest, dass das Hefeweizen
äußerst beruhigend wirken kann und außerdem sehr
locker macht. Gegen 24 Uhr wurde Bettruhe angesagt und vermutlich
war da schon allen klar, wie der nächste Tag ablaufen würde.
Der
nächste Tag begann mit einem unerwartet guten Frühstück.
Die Reiseleitung registrierte bei bestimmten Akteur(inn)en eine
besondere Ausdauer beim Ausschlafen, vorwiegend bei der Altersklasse
W30 und aufwärts. Fünf der früh aufstehenden Herren
entschlossen sich, einen besonders
ausgedehnten Lauf rund um die Festung zu absolvieren, der nach etwa
60 Minuten endete. Zwischenzeitlich begann für die Kinder das
vom Haus organisierte Basteln von Kürbisgeistern. Verschiedene
Familien brachen zu einer besonders ausgedehnten Shopping-Tour nach
Koblenz auf. Die Kleinen waren ja auf der uneinnehmbaren Festung
gut aufgehoben. In der zurückgelassenen Gruppe fielen einige
ältere Herren um die M40 auf, denen das mitgebrachte Bier schon
vor dem Mittagessen besonders gut schmeckte. Das folgende Mittagessen
mit Salat und Bohneneintopf wurde gut angenommen und nicht wieder
hergegeben. Zum gemeinsamen Kaffee trafen auch die Stadtbummler
wieder ein. Anschließend schminkten sich hauptsächlich
unsere Kinder für die Halloweenparty. Für einige Erwachsenen
wäre eine gute Maske ebenfalls von Vorteil gewesen. So waren
halt bei der nächtlichen Fackelwanderung mit flackerndem Licht
einige grauselige Gestalten unterwegs. Die Reiseleitung selbst war
ab diesem Zeitpunkt leider nicht mehr in der Lage, neutral zu berichten.
Das zwischenzeitlich eingenommene Abendessen mit roten und grünen
Nudeln in kloßartiger Form und weicher Konsistenz mit blutroter
Fleischsauce wird einigen ebenfalls in längerer Erinnerung
bleiben. Niemand durfte sich aber darüber wundern, denn in
seinem vorab verschickten Programm prahlte der Veranstalter: „es
warten dann Hexenhaare und Co. auf dem Abendbuffet auf die kleinen
und großen hungrigen Gespenster“. Na also. An diesem
Halloweenabend lief ansonsten wirklich alles rund. Als Hauptattraktionen
der Geisterparty bleiben auf jeden Fall der außerordentlich
alkoholreiche Longdrink (Geistercocktail) sowie das Hefeweizen haften,
hinzu kamen die äußerst strapazierte Dartscheibe, der
Kicker und die professionelle Karaokestation. Damit fand dann auch
der zweite Tag relativ pünktlich gegen 24 Uhr gerade noch rechtzeitig
sein gutes Ende.
Am Sonntag, dem dritten und damit letzten Tag, begann der Morgen
wieder mit einem guten Frühstück. Und das zu sehr früher
Stunde, weil ein irgendein unvorsichtiger Zeitgenosse (Originalzitat:
"Depp") die Alarmanlage der
Fluchttüre ausgelöst hatte. Nur um ein paar Meter zu sparen,
weil er seine Tasche zum Auto schleppen musste. Selbst die besten
Ausdauersportler gönnen sich gelegentlich verbotene Abkürzungen.
Die informative Führung durch die Festung dauerte eine gute
Stunde und machte mehr als deutlich, weshalb gerade dieses Bollwerk
früher uneinnehmbar war. Es war zur damaligen Zeit mit den
größten Raffinessen ausgerüstet und vergleichbaren
Bauten weit voraus. Das Abschlussessen bleibt als das Beste während
des dreitägigen Aufenthaltes in Erinnerung. So interpretierte
jedenfalls die Reiseleitung das Hühnergeschnetzelte mit Reis
und Salat. So gestärkt trat die Ausdauerfamilie dann die Rückreise
an, um am späten Nachmittag zu Hause die passive Erholungsphase
einzuläuten. Falls einige Mitgereiste mit den teilweise intimen
Formulierungen des Reiseleiters nicht einverstanden sind, bleibt
als Revanche immer noch das Gästebuch unserer Website.
Euer Reiseleiter Michael
Schwarz
Eine umfangreiche Fotoserie liegt in unserem Bilderalbum. |