TSG Kleinostheim - Ausdauersport

 

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Madison, Wisconsin, 11.September 2005 - ein Erlebnisbericht von Bernd Schneider

7.00 Uhr morgens - los geht's
2076 Starter begeben sich in den Monona See, den vermeintlich längsten Tag des Jahres vor sich, darunter drei Sportler aus unserer Mannschaft, Claudia und Arnd Hille sowie Bernd Schneider. Die Sonne geht langsam am diesigen Horizont auf, als pünktlich um 7.00 Uhr der Startschuss fällt. Die Triathleten begeben sich auf Ihren 3,8 km langen Viereckskurs, der zwei mal zu durchschwimmen ist. Im Gegensatz zum Ironman Frankfurt sind hier sieben statt vier Bojen zu umschwimmen, was vielleicht die etwas langsameren Schwimmzeiten aller Athleten erklärt. Bei den Männern kommt als erster der Profi Pete Jacobs (Australien) nach 48:31min. aus dem See und bei den Frauen, wie nicht anders zu erwarten, Ute Mückel (Profi aus Deutschland) nach 50:52min. Von den Untermain Athleten kommt Claudia als erste nach 1:05:52Std. aus dem Wasser, gefolgt von Bernd (1:06:13Std.) und Arnd (1:09:25Std.).

180km Rad und 33°C
Danach geht es spiralförmig eine Rampe in den 3.Stock eines Parkhauses hoch, wo sich die Wechselzonen befinden. Nach vier bis sieben Minuten steigen die Triathleten auf ihr Rad, um eine 30km lange Anfahrt zu einem 60km langen Rundkurs hinter sich zu bringen, der zwei mal zu durchfahren ist. Insgesamt sind 180km mit ca 1450 Höhenmetern zu absolvieren. Das Thermometer klettert mittlerweile auf 33°C und der Wind nimmt zu. An der Spitze kämpfen sechs Profis um die Führung, unter anderem Bernd Eichhorn aus Roth, der schnelle schwimmer Pete Jacobs, Vorjahressieger Dave Harju aus Canada und der spätere Sieger Andriy Yastrebow aus der Ukraine. Arnd schließt nach ca 40km zu mir auf und wir bleiben während der ersten Runde zusammen. Der Wind fühlt sich inzwischen so an, als wenn dir einer den warmen Fön ins Gesicht hält. Die Verpflegungsstellen alle 25 km sind überlebensnotwendig und man sollte nicht vorbei fahren, ohne seinen flüssigen Proviant wieder aufzufüllen. Das Wasser wurde auch nicht nur zum Trinken benutzt, es diente vielen Triathleten zur äußerlichen Abkühlung. Die schnellste Radrunde absolvierte Dave Harju in 4:51:01Std. und bei den Frauen Ute Mückel in 5:30:28Std. Arnd stieg nach 5:43:20Std. vom Rad, ich folgte in 5:47:49Std. weil ich nach der ersten Runde sein Tempo nicht halten konnte. Claudia stieg nach 6:14:46Std. vom Rad.

Kleine Schikane inbegriffen
Am Ende der Radrunde mussten die Tris wieder auf den 3. Stock des Parkhauses, um dort das Rad abzugeben und die Laufsachen in Empfang zu nehmen. Jetzt ging es auf die 42,2 km lange Laufstrecke durch die Straßen von Madison, die als Wendepunktstrecke zwei mal zu duchlaufen war. Kommentar Ute Mückel: "Von den zwei Anstiegen hat mir vorher keiner was erzählt!". Vom Wind war in der Stadt kaum was zu spüren, doch machte die Hitze den Triathleten sehr zu schaffen und die Verpflegungsstellen, alle 1,5km, waren ein gern gesehener Anlaufpunkt. Andriy Yastrebov hängte hier seine Konkurrenz ab und siegte, mit Tageslaufbestzeit von 3:05:26Std. und einer Endzeit von 9:01:34Std., gefolgt von Pete Jacobs in 9:06:47Std. und Bernd Eichhorn in 9:08:46Std., der sich in einem fulminanten Endspurt vom fünften auf den dritten Platz vorarbeitete. Ute Mückel feierte mit einem Start - Ziel - Sieg Ihren 3. Ironman Erfolg in 10:11:22Std. und tritt laut Ihrer Aussage nächstes Jahr noch ein letztes Mal in Hawaii an. Zweite wurde Lauren Jensen (10:18:30Std.), gefolgt von Heather Haviland (10:24:21Std.), beide USA.

Ich konnte nach vier Kilometern auf Arnd aufschließen, doch leider war ein gemeinsamer Lauf, auf Grund unterschiedlicher Verfassung, nicht möglich. Nach 10:44:44Std. und 29. Tageslaufzeit (3:41:35Std.) kam ich als 54. des Gesamtfeldes ins wunderschöne Ziel vor dem Kapitol in Madison und belegte den 6. Platz in meiner Altersklasse. Dies bedeutete bei neun Startplätzen für Hawaii in der M40 die direkte Qualifikation für die WM auf Kona am 14. Oktober 2006.

Arnd konnte sein konstantes Tempo auf den letzten vier Kilometern wegen schlimmen Krämpfen nicht halten und finishte in 11:08:05Std. (Marathon 4:06:10Std.) als 18. in der M35 (Gesamt 91.), wobei er die Hawaii-Quali um 3 Plätze verfehlte.
Claudia leistete auf der Marathondistanz mentale Schwerstarbeit und kam als 10. bei den Profis (Gesamt 132.), mit einer Endzeit von 11:32:11Std. ins Ziel.

Um 24 Uhr war dann Zielschluss, nach insgesamt 17 Stunden. Drei Minuten vorher kam der 1678. Finisher, begleitet mit den Worten des Streckensprechers Mike Riley: "You are An IRONMAN!", ins Ziel. 398 Triathleten mussten der Hitze und dem Wind Tribut zollen und das Rennen vorzeitig beenden. Somit war der Wettkampf in Wisconsin der mit der höchsten Ausfallqoute (fast 20%) in der 25-jährigen Geschichte des Ironman.