TSG Kleinostheim - Ausdauersport

 

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Pfannkuchen, Tee und Milch von der Kuh des Hauses

15 Tage Regen können mürbe machen. 15 Tage Radfahren im Regen machen mürbe. Was 15 Tage Radfahren in der afrikanischen Regenzeit bedeutet, lassen wir uns von David Houghton aus Kanada erklären, der den Rest der Welt mit Berichten von der sonderbaren Radtour durch Afrika versorgt. »Unsere Räder sind überzogen von diesem roten Schlamm Tansanias. Wir sind nur noch ein einziger Dreck vom Helm bis zu den Schuhen. Alles, was wir haben, ist schmutzig, nass und stinkt.«

So lange im Ziel der Etappe am Abend im Camp trockene Klamotten, ein bisschen Wasser zum Waschen, eine warme Mahlzeit und der Schlafsack warten, findet ein solcher Tag ja noch ein erträgliches Ende. Was aber, wenn der Begleit-Truck, der all die tröstenden Dinge geladen hat, unterwegs im Schlamm steckengeblieben und frühestens am späten Abend im Tagesziel zu erwarten ist?

»Ich wurde wärmstens empfangen«

Stefan Schlett, Kleinostheimer Leidensgenosse des Kanadiers, hat sich zu helfen gewusst: »Ich musste möglichst trocken und warm bleiben, und deshalb klopfte ich jedes Mal, wenn es stärker anfing zu regnen, an irgendeiner Hütte an, an der ich gerade vorbei kam, um mich unterzustellen.«

Es funktionierte: »Jedes Mal wurde ich wärmstens empfangen. Beim ersten Mal gab es Tee, beim zweiten Mal Milch von der hauseigenen Kuh, und so kam ich ich halbwegs trocken, gut genährt und nicht ausgekühlt im Ziel an.« Er hat die Gastfreundschaft der Menschen in Tansania kennen und schätzen gelernt und staunte nicht schlecht, als sich manch armselige Hütte als Feinschmecker-Restaurant entpuppte.

Dieser wunderschöne Regen

Dort hat unser Reisender mehr als einmal bei Chai (Tee mit Milch) gesessen und es es sich gut gehen lassen, während die Dame des Hauses auf ihrem kleinen Hocker saß und in einer Pfanne Chapati - Brot, nach Kleinostheimer Geschmack aber eher eine Art Pfannkuchen - backte. Und an allen Fenstern und Türen standen Kinder und Erwachsene und beobachteten, wie sich der verdreckte Fremde in den seltsamen Klamotten den Ranzen vollschlug und hoffte, dieser wunderschöne Regen möge noch ein Weilchen anhalten.

Doch nach 15 Tagen war der Regen vorbei. So vorbei wie Tansania und wie die Pfannkuchen, der Tee und die Milch von der Kuh des Hauses. Seit sie in Malawi sind, müssen sie sich wieder selbst versorgen. Und das heißt: die ewigen Energieriegel. Dazu abgestandenes, brühwarmes Wasser.
Manfred Fendrich