| Eiiiiine Insel mit zwei Bergen..........
Ein kleiner Reisebericht über 10 Tage Trainingslager
auf Malle von Manni Scherer
Nun
war es endlich soweit. 11.03.2005 Frankfurt am Main fünf Uhr
in der Früh. Und alle waren sie da. Roger, Bernie, Volker und
Thomas Pfeiffer (Freund von Volker) im Folgenden „die
Großen“ genannt und die „Mädchengruppe“
mit Birgit, Katja, Mario, Harald, Norbert, Achim und mir. Sowohl
Thomas (Lindner) als auch Bernd (Bednarski) möchte ich an dieser
Stelle keiner Gruppe zuordnen.............
Bei strahlendem Sonnenschein und ca. 15 Grad Außentemperatur
standen wir nun am Flughafen in Malle und als dann schließlich
auch Bernds Radkoffer genickbruchsicher im Heck unseres Kleinbusses
verstaut war, stand nur noch der Weg zum Hotel vor unserer ersten
Ausfahrt. Im Hotel angekommen und nach Erledigung der Formalitäten
wurde die erste Ausfahrt für 13 Uhr festgesetzt. Vorher galt
es natürlich, unsere Fortbewegungsmittel für die nächsten
10 Tage zu holen. Beim Vermessen meinte der freundliche schweizer
Monteur, ich bräuchte Rahmengröße 50. Auf meine
Frage nach Rahmengröße 52 antwortete er nur mit „hätschte
früher a bisserl mehr Suppe essen sollen.....“
Um 13 Uhr waren dann auch alle da, na ja fast alle. Gegen 13.15
Uhr kam dann auch Fam. Reuter. Und los ging es. Endlich mal wieder
auf’m Rad ohne Winterjacke, Handschuhe und Neoprenüberzieher.
Herrlich. Für Achim allerdings war der erste Genuss leider
bei km 7 schon wieder vorbei. Rad defekt. Hieß für ihn
leider zu Fuß zurück und Biathlon im TV schauen. Der
Rest fuhr ca. 80 km, wobei die „Großen“
vorne weg fuhren und die „Mädchengruppe“
etwas gemächlicher den Prolog in Angriff nahm. Für mich
war diese erste Ausfahrt schon sehr beeindruckend. Das hatte verschiedene
Gründe. Zum einen die Normalität dieser unzähligen
Radfahrer. Im Straßenverkehr arrangierte man sich mit den
Autofahrern und wenn dann doch einer mal hupte, hatte das eher was
von „Achtung nicht erschrecken“.
Zum anderen war die Landschaft natürlich sensationell, aber
dazu später mehr.
Beim ersten Abendessen wurde dann erst mal das Büfett
durchprobiert. Ich möchte hier nicht näher darauf eingehen,
vielleicht nur so viel: erst wenn man nach dem dritten, vierten
oder fünften Gang (und jetzt hatte man immer noch nicht zweimal
gegessen) nicht mehr konnte, ging man zum Nachtisch über (Süßkram,
Eis, Obst). Gleich im Anschluss stand dann der erste Besuch bei
Manolo an. Fürs Zwicken im Bauch erst mal ein Palo oder auch
Herbes. Nach ausführlichem Studium der Radkarte und Festlegung
der Route für den nächsten Tag, waren dann doch alle recht
froh, in die Betten zu kommen.
Tag 2 - Abfahrt 10 Uhr
Als Ziel hatten wir San Salvador gewählt
(jaja, auf Malle kommt man durch die ganze Welt: San Salvador,
der Orient, Bethlehem, Monaco.... Zwischenstopp
machten wir auf Wunsch Birgits in Petra. Eigentlich wollten wir
da auf den weltberühmten Marktplatz, aber den hatte wohl einer
kurz vor unserer Ankunft versteckt. Nach verzweifelter, stundenlanger(
vielleicht waren es auch nur 30 min) Suche, entschlossen wir uns
dann doch weiterzufahren. In Felantix angekommen, ließen wir
dann die Mädchen und Achim beim Kaffee
auf dem dortigen Marktplatz zurück und eroberten den San Salvador.
400 Höhenmeter wurden durch einen sagenhaften Ausblick belohnt
und immer noch schien die Sonne.
Tag 3 - erste Ausfahrt mit den
„Großen“
Erst bei der Abfahrt morgens um 10 entschieden sich Harald, Thomas
und ich, mal mit den „Großen“
zu fahren. Es hieß, wir fahren flach. Das war dann auch so.
Dazu muss man allerdings wissen, was flach auf Malle heißt.
Ich versuch es mal so zu beschreiben: wenn man von Kleinostheim
über Hörstein nach Alzenau fährt, ja dann fährt
man flach in Malle. Wir (Harald und ich) fuhren dann 160 km und
konnten eigentlich auch problemlos mitfahren, was uns laut Roger
dann auch endlich zu richtigen Radfahrern graduierte. Auf Rogers
Konto ging auch der größte Lacher dieser Etappe. Als
wir ca. 105 km hinter uns hatten, 32 km/h schnell waren, jeder nur
das Hinterrad seines Vordermannes im Visier hatte und eine der wenigen
Gesprächspausen eintrat, kam Roger von hinten mit den Worten:
„ist das hier ein Leichenzug“,
einbeinig an uns vorbeigerollt. Schallendes Gelächter und totale
Zerstörung der Ordnung waren die Folge.
Tag 4 - Ruhetag
Am Ruhetag mieteten wir (Birgit, Harald, Achim, Norbert und ich)
uns ein Auto und machten einen auf Touri. Auf nach Palma. Nach obligatorischem
Bier am Ballermann, Besichtigung von Palma und anschließender
Hafenbesichtigung in Port d’Andratx (sehr sehenswert) ging
es wieder Richtung Hotel. Auf dem Nachhauseweg ließen wir
dann noch ein Foto mit unserem Leihwagen machen. Der Preis von 98
€ erschien uns zwar ein wenig hoch aber der freundliche Beamte
der Guardia Civil meinte, da wären schon 30 % Rabatt drin und
so stimmten wir dann doch zu.
Tag
5 - endlich wieder auf’m Rad
Vor unserer vierten Ausfahrt stand erst mal eine Busfahrt an. Auf
der Fahrt nach Valdemossa mussten wir dann allerdings nach 30 min
die erste Rast einlegen, weil eines unserer Mädels (nicht Katja)
einen gewissen Harndrang verspürte. Um den Halt mit einem vollbesetzten
Bus mit Radlern, die alle so schnell wie möglich aufs Rad wollen,
ein wenig aufzulockern, zeigt der schweizerische Busfahrer dann
auch ein gewisses humoristisches Talent: „Leut’,
zieht die Weschtn oh, de Berg rutscht scho“.Bei der
Tour durch den Orient kam es dann auch zu meinem ersten und einzigen
Sturz in Malle. Bei der Abfahrt vom Coller kam in einer doch sehr
engen Kehre ein Auto vor mir zum Stehen. Das schaffte ich zwar auch
noch gerade, ohne hinten drauf zu fahren, allerdings reichte die
Zeit nicht mehr um aus meinen Pedalen zu kommen. Und so überzeugte
ich mich dann auch mal davon, wie hart der Asphalt auf der Insel
ist. Außer einer kleinen Schramme am Ellenbogen trug ich aber
keine weiteren Blessuren davon.
Tag 6 - auf zum Kloster Luc
Bei unserer fünften Ausfahrt fuhren wir über Sineu und
Inca zum Kloster Luc. Richtung Polenca konnte man dann eine ca.
8 km lange Abfahrt genießen. Mit 4:26 Stunden war das eine
der kürzesten Ausfahrten, aber schließlich stand ja auch
noch ein bisschen Wellness auf dem Programm. Also raus aus den Radklamotten
und rein in die Sauna. Da unser Hotel direkt am Meer lag, konnte
Mario nicht der Versuchung widerstehen, doch mal baden zu gehen.
Bei 14 – 16 Grad zwar recht kühl, aber nach der Sauna
eine doch recht erfrischende Angelegenheit. An diesem Tag ereignete
sich übrigens Volkers „Missgeschick“ bei Manolo
(siehe Gästebuch)
Tag 7 – 1.600 Höhenmeter
- einer schöner als der andere
Abfahrt 10 Uhr. Aber was war jetzt los – Nebel. Egal, unsere
Tour war geplant, also auf zum Cap Formentor. Kaum aus Polenca raus,
im ersten kleinen Anstieg, wurde unsere Zielstrebigkeit dann auch
durch strahlenden Sonnenschein belohnt. Ein sagenhafter Blick auf
die vernebelte Bucht von Alcudia ließ einen einmal mehr erstaunen.
Später wurde uns durch verlässliche Quellen berichtet,
Teile der „Großen“ Gruppe
scheuten den Nebel und fuhren lieber flach – pah,
wer sind hier die Mädchen....? Den Lacher des Tages
verdanken wir Harald. Vorneweg muss ich erklären, dass Achim
eine recht, ich nenne es mal „männliche“ Körperbehaarung
trägt. Beim Saunagang nach der Tour, ca. 15 Personen anwesend
unter anderen Achim, Harald, Thomas und ich. Achim: „Ich geh
raus“, Thomas: „Langt’s?“; Achim (Spaß):
„7 Gänge sind genug“, Harald: „ Warum ziehst
Du Dich auch so dick an“..................?
Tag 8 - Ruhetag
Nix Besonderes, nur ein Tipp an dieser Stelle: wenn jemand mal einen
tollen großen Wochenmarkt auf der Insel besuchen will, geht
nicht nach Can Picafort !!!!!!!!!!!
Tag 9 - Sa Calobra oder auch: wie
schön denn noch.......?
Wer es nie gefahren ist, kann es nur erahnen. Die Bilder kannte
ich ja nun zur Genüge. Und wenn man dann oben steht am Pass
und weiß, jetzt geht’s 10 km nur bergab, 800 Höhenmeter
– hoffentlich halten die Bremsen – dann ergreift einen
doch eine gewisse Erfurcht. Windjacke an und ab geht’s. Und,
je länger man fährt, umso sicherer wird man. Atemberaubende
Ausblicke kann man leider bei der Abfahrt nur sehr bedingt genießen.
Schön die Straße im Blick behalten. Ist aber gar nicht
so schlimm, weiß man doch, der einzige Weg zurück ist
eben, diese Straße wieder hoch. Hätte mir vor Mallorca
jemand gesagt, ich würde mal gerne 10 km lang bergauf fahren,
hätte ich ihm wahrscheinlich geraten, mit dem Trinken aufzuhören.
Nach knapp einer Stunde war’s aber dann geschafft und Katja
und ich standen wieder oben am Pass. Kurz nach uns kamen dann auch
Birgit und Harald. Mario ist in der Zwischenzeit, weil’s so
schön war, noch mal runter.....
Tag 10 - Abreise
Am letzten Tag beschlossen Harald und ich, das Training eher ruhig
ausklingen zu lassen. Und so fuhren wir dann ein bisschen flach
über die Insel und machten unsere 900 km voll. Der bevorstehende
Heimflug raubte uns auch die Motivation für irgendwelche Gewalttouren.
Als Ersttäter kann ich nur sagen: es war
toll. Zu guter Letzt noch ein paar Radlerweisheiten:
- der Bauch muss zwicken wenn Du aufs Rad steigst
- was Du jetzt isst, musst Du schon nicht als Proviant mitschleppen
- wo gestreut ist, kannst Du fahren
- FREI
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