| 24. Allgäu Triathlon in Immenstadt
am 29. Juli 2006 (ein Bericht von Harald Reuter)
Norbert
Stein, Manni
Scherer und Harald
Reuter, drei unserer Triathleten, hatten sich in diesem
Jahr den 24. Allgäu Triathlon (1,9km schwimmen,
92km Rad, 21,1km laufen) als Highlight herausgesucht. Im
Gegensatz dazu ging Stefan
Eckrich heuer bereits zum neunten Mal in Immenstadt an den Start.
Dieser Kurs ist für seine anspruchsvolle, selektive Streckenführung
der Mitteldisziplin bekannt. Umso bemerkenswerter, dass sich Norbert
gerade diesen Wettkampf für seine Premiere auf der Mitteldistanz
herausgesucht hat. Respekt!
Die letzten Wochen der Vorbereitung waren bei Temperaturen bis zu
37°C nicht immer einfach und verlangten uns bereits im Vorfeld
alles ab. Wir erwarteten zermarternde Temperaturschwankungen, die
mit den immer kalten Fluten des großen Alpsee starten sollten,
bevor
der Schock des diesjährigen Sommers unsere Körper binnen
weniger Sekunden mit wüstenähnlichen klimatischen Bedingungen
treffen sollte. Wie soll das bei dem bekannt schweren Radkurs nur
werden, wenn die Sonne unbarmherzig auf den Asphalt der bis zu 16%igen
Steigungen der Immenstädter Radstrecke brennt und uns beim
abschließenden Halbmarathon die letzten Körner aus dem
Körper zieht, dass man mit dem Trinken gar nicht mehr nachkommt?
1200 Höhenmeter auf 92 mehr als unrhythmischen Radkilometern.
Es soll im Vorfeld sogar Athleten gegeben haben, die in weiser Voraussicht
lange Laufeinheiten bewusst in die Mittagshitze gelegt haben, um
den Körper an die Kräfte zehrende Tortur heranzuführen.
Soweit die Theorie!
Dass es wirklich anders kommen könnte,
ahnte man frühestens in der Wochenmitte vor dem Wettkampf,
bei einem kurzen Blick auf eine der vielen Wetterseiten des Internets.
Glaubwürdig erschienen uns diese Aussichten aufgrund der vergangenen,
mehr als sechs extremen Sommerwochen allerdings nicht wirklich.
Das sollte sich im Nachhinein als Fehler
herausstellen! Zusammen reisten wir mit leichtem Sommerfreizeit-
und Wettkampfgepäck und Birgit
und Gabriele
als Betreuerinnen am frühen Freitagmorgen in Richtung Allgäu.
Natürlich hatten wir auch gebirgstaugliche Sonnencreme dabei!
Unter strahlendem Sonnenschein und Temperaturen in den Dreißigern,
kamen wir trotz Sommerferienbeginn in Bayern flott voran und konnten
am frühen Nachmittag unser Quartier südlich von Immenstadt
beziehen. Nach Entladen des Gepäcks holten wir unsere Startunterlagen
ab und machten uns auf den
Weg an den See, um die Umgebung der ersten Disziplin zu begutachten.
Dort trafen wir unseren Haibacher Kollegen Michael Thomas, der bereits
erste Gerüchte um ein Neoverbot aufgeschnappt hatte. Wie, NEOVERBOT!?!
Was war das noch mit dem immer kalten Alpsee, der an manchen Auflagen
dieses Events gerade Mal 16°C hatte? Uns fehlte ein wenig der
Glaube, und es war ja noch nichts entschieden. Am Eingang des Strandbades
lachte uns eine Schiefertafel entgegen, die mit 25°C eine viel
zu hohe Wassertemperatur öffentlich machte. Ein halbseidenes
Gerücht schien sich zu festigen! Nach kurzer Begutachtung der
Wechselzone beschlossen wir, bis zur Wettkampfbesprechung die ersten
Kilometer der Radstrecke mit dem Auto abzufahren. Im Laufe der nächsten
halben Stunde machte sich bei sommerlich heißen Temperaturen
in Norberts Wagen erfurchtsvolle Stille breit, bevor wir uns in
Ettersberg, dem höchsten Punkt der Radstrecke, entschlossen,
umzukehren und in Richtung Immenstadt zurückzufahren. Auf der
Rückfahrt waren wir uns nicht mehr sicher, ob das wirklich
eine gute Idee war! Na ja, jetzt wissen wir zumindest, was da kommen
wird.
Die Wettkampfbesprechung brachte in Sachen Neo keine Aufklärung.
Im Moment wäre der See zu warm, man geht jedoch davon aus,
dass ein Unwetter, das in der Nacht über die Gegend "hinweg
ziehen" sollte, den See noch soweit abkühlt, dass
eine Entscheidung erst eine Stunde vor dem Wettkampf getroffen würde.
Nun kam wieder die Zeit der Theoretiker: Wind wälzt das kalte
Wasser hoch und Regen macht den Rest - also werden wir wohl mit
Neo schwimmen! Das Unwetter ließ nicht mehr lange auf sich
warten und am frühen Abend setzte der Regen ein, der uns auch
die ganze Nacht erhalten blieb. Nur das mit dem angekündigten
"hinweg ziehen" nahm dieses Tief nicht allzu ernst. Auch
ihm schien es im Allgäu zu gefallen.
Der Wettkampfmorgen hatte so gar nichts mehr von den afrikanischen
Bedingungen der Vorwochen behalten. Die traurige Wahrheit hieß:
strömender Regen, 16°C! Der Regen setzte zeitweise aus
- zumindest vor dem Wettkampf - die
Temperatur blieb! Zumindest das mit dem Neo sollte nun klappen.
Aber auch das sollte sich kurz nach der Ankunft am See zuschlagen:
24,2°C Wassertemperatur. Erstmalig bei der 24. Auflage dieses
Wettkampfes fand ein Schwimmen ohne Neopren statt. Na klasse! Sogar
der Regen hatte bei dieser Meldung ein Einsehen und setzte während
des Schwimmens aus. Pünktlich zum Rad fahren meldete er sich
mit leichtem Nieselregen erstmals wieder zurück und wollte
uns während der gesamten 92km als treuer Begleiter nicht mehr
verlassen. Die Temperaturen blieben ähnlich konstant wie die
Feuchtigkeit von oben und ließen uns noch auf der Strecke,
zusammen mit stellenweise sehr scharfem Wind, an der Richtigkeit
unserer Wettkampfkleidung zweifeln. Was
allerdings überraschte, war die Stimmung an der Strecke, der
das Wetter nichts anzuhaben schien. Am Kalvarienberg (vergleichbar
mit unserem Hochprozenter in Niedersteinbach) und entlang der Steigung
hinauf nach Ettersberg waren immer wieder gut besetzte Stimmungsnester,
die uns das Leiden erträglicher machten.
Somit ging auch diese, wegen der nassen Straßen nicht ganz
ungefährliche, Disziplin vorbei! Wohl dem, der für den
zweiten Wechsel trockene Socken in der Wechselzone hatte. Nun kam
auch das einzige Drittel, bei dem man für das Wetter fast dankbar
war. Temperaturen von inzwischen nur knapp unter 20°C und stellenweise
leichter Nieselregen waren fast perfekte Laufbedingungen. Somit
konnte man sich die letzten Kraftreserven gut einteilen, damit jeder
von uns im Ziel noch genügend Kraft hatte, das hervorragende
Obstbüffet zu genießen, nachdem wir von Herrn Altenried
persönlich beglückwünscht wurden. Nach einer warmen
Dusche fingen pünktlich nach Wettkampfende sogar die Straßen
wieder an abzutrocknen. Kaum zu glauben, dass wir am Nachmittag
sogar wieder bei Sonnenschein spazieren gehen und den Abend auf
der Terrasse ausklingen lassen konnten. Die Rückreise starteten
wir bei ähnlichen Bedingungen wie wir zwei Tage zuvor Kleinostheim
verlassen hatten. Letztendlich kann man nur sagen: ein toller Wettkampf
- super Organisation - super anspruchvoll - super Panorama (haben
wir uns sagen lassen!) - sehr empfehlenswert! Übrigens: Die
Sonnencreme blieb unbenutzt!
Hier geht es zu den Ergebnissen
unseres Teams und einer schönen Bilderserie
von diesem ereignisreichen Event.
Harald
Reuter
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