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12.07.2005 Marco Schreck und Roger Uhl für Hawaii qualifiziert

23 Athleten vom Bayerischen Untermain feierten am Ende des »längsten Tag des Jahres« auf dem Frankfurter Römerberg zusammen mit weiteren 1706 Mitgliedern der Ironman-Familie das Silvester ihrer Zeitrechnung mit einem beeindruckenden Feuerwerk der Bestzeiten nach 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und einem abschließenden Marathonlauf (42,195 km).

Den »Highway der Gefühle« zu überqueren wird für sie einvernehmlich nach der stundenlangen Tortour zum unvergeßlichen Erlebnis. »Als ich endlich die Laufstrecke verlassen konnte, um auf den Römerberg einzubiegen. überkam mich ein unbeschreibliches Gefühl. Es war wie Weihnachten und Ostern auf einmal. Ich sehe mich auf der Videoleinwand und weiß, ich habe es geschafft«, beschrieb Andreas Matutt vom TV Großostheim das Ende seines Debüts.

Der Tag hatte sehr früh am Langener Waldsee begonnen. Pünktlich um 7 Uhr wurde das Starterfeld mit Athleten aus 41 Nationen vom hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch auf die Schwimmstrecke geschickt. Marco Schreck (TV Haibach) witterte wieder einmal Hawaii-Luft und ließ es trotz kleiner Panne vom Start weg richtig richtig krachen. »Ich steckte in einem riesigen Pulk und habe zunächst mehr oder weniger ums Überleben gekämpft. Dadurch wurde meine Uhr außer Gefecht gesetzt und von da an war ich nach Gefühl unterwegs.« Es reichte für die herausragende Schwimmleistung von 56:30 Minuten.

Nach seinem verletztungsbedingten Ausscheiden im Vorjahr und einer viel versprechenden Schwimmleistung (1:01:21 Stunden) brachen bei Roger Uhl (TSG Kleinostheim) auf dem Rad alle Dämme. Er schoss mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 36 km/h in einer Zeit von 4:59:43 Stunden über die zwei Radrunden durch die Wetterau. Volker Hain (TSG Kleinostheim) war bis Kilometer 120 gut unterwegs, bevor er durch ein Missgeschick aus dem Rhythmus gebracht wurde. »Das Anreichen einer Wasserflasche durch einen Helfer an der Verpflegungsstelle wurde mir zum Verhängnis. Er ließ die Flasche zu früh los und sie geriet in mein Vorderrad. Dadurch stürzte ich bei Tempo 35 km/h und erlitt Schürfwunden und Prellungen an der linken Körperseite.«

Ohne weitere Zwischenfälle absolvierten alle Untermain-Athleten bis in den späten Nachmittag hinein den Wechsel am Mainkai auf die Laufstrecke. Danach sollte sich zeigen, wer noch genügend Kraftreserven für die letzte Disziplin, drei Runden am Frankfurter Mainufer, aufgespart hatte. Hier half die tatkräftige und lautstarke Unterstützung der vielen mitgereisten Fans entlang der Strecke über so manche Durststrecke hinweg. »Bei Kilometer 31 holten mich Krämpfe im Oberschenkel ein. Das super Publikum und die geniale Stimmung jedoch haben mich immer wieder hochgepuscht und an Aufgeben war nicht zu denken«, schilderte Timo Dörig aus Niedernberg.

Marco Schreck war in seiner stärksten Disziplin immer noch ohne Uhr unterwegs, was ihn nicht davon abhielt, sich mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 9:12,0 Stunden einen der begehrten Startplätze für die im Oktober stattfindenden Ironman-Weltmeisterschaften auf Hawaii zu sichern. Darüber hinaus durfte er sich noch als Sieger seiner stark besetzten Altersklasse M30 auf der Awards-Party feiern lassen.

Die direkte Qualifikation gelang auch zum zweiten Male Roger Uhl (TSG Kleinostheim) mit einer Gesamtzeit von 9:33,40 Stunden. »Nach der Unsicherheit der letzten Wochen durch die Fersenverletzung freue ich um so mehr und teile mein Glück mit meiner Freundin Christine«, äußerte er sich erleichtert nach dem Rennen. Ein persönliches Ziel erreichte Theo Rustige aus Kahl. »Im vierten Anlauf ist es mir endlich gelungen, schneller zu laufen als Rad zu fahren!« Gemäß dem wahren Triathlon-Geist: Kommen, finishen, gehen absolvierte auch Werner Reinhard aus Niedernberg seinen 14. Ironman. »Ich freue mich schon jetzt auf die Schinderei im nächsten Jahr«: Thomas Hock vom TV Haibach hat es für sich schon gleich entschieden, am 23. Juli 2006 wieder an den Start zu gehen.

Birgit Reuter