»Langsam laufen schadet nie!«
Wie
machen die das? Wer hat sich noch nicht gefragt, welches Geheimrezept
die besten Läufer des bayerischen Untermains haben? Ein Patentrezept
jedenfalls nicht. Das machte die Podiumsdiskussion am Dienstagabend
in der Aschaffenburger HypoVereinsbank deutlich. »Von
den Besten lernen« hatte Günter Guderley die Veranstaltung
betitelt, die so etwas wie die Eröffnung der City-Lauf-Phase
2005 sein sollte. Und die drei Frauen und drei Männer auf dem
Podium gaben bereitwillig Auskunft. Nur das Wundermittel zur deutlichen
Leistungssteigerung kennen auch sie nicht.
Immerhin, die gut 50 laufbegeisterten Zuhörer
lernten einige Vorlieben von Claudia Hille
(TSG Kleinostheim), Sandra Lukaschek (LAZ
Obernburg/Miltenberg), Katja Friedländer
(TV Großostheim), Marco Schneider,
Klaus Brantsch (beide LuT Aschaffenburg)
und Tobias Hegmann (TV Großostheim)
kennen.
Wer hätte gedacht, dass Klaus Brantsch (2004:
Halbmarathon 1:14:13 Stunden, 10 km 33:40 Minuten) eigentlich durch
Faulheit zum Laufen kam. In seiner Schule wurde Crosslauf gefördert,
und für jeden Wettbewerb gab es einen Tag frei, gestand er.
Claudia Hille (HM 1:24:40, 10 km 36:40) brachte eine Kreuzbandverletzung
beim Fußball aufs Fahrrad und damit zum Triathlon. Katja Friedländer
(HM 1:27:59, 10 km 38:58) hingegen beendete in der Jugend das
Leistungsrudern, nahm daraufhin zu und schmolz die Pfunde beim Laufen.
Mittlerweile genügt ihr der Marathon nicht mehr - ihr Saisonziel
ist die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft über 100 km.
Doch die meisten Fragen aus dem Publikum kreisten
um das Thema Training. »Langsam laufen
schadet nie!« Klaus Brantschs (HM 1:14:13, 10 km 33:40)
Hinweis klang zwar wie ein Patentrezept, war aber keines. Denn:
»Man muss wissen, wann man schnell läuft«,
schob er nach und meinte damit jene Elemente im Trainingsprogramm
eines Läufers, die ihn im Wettbewerb schnell, vor allem aber
schneller als seine Läuferkollegen machen.
Marco Schneider (HM 1:13:38, 10 km 33:54) packte da
seine Laufwoche in eine griffige Formel: Fünfmal die Woche
laufen, dreimal locker und zweimal flotter. Tobias Hegmann (HM 1:15:43,
10 km 34:27) macht schon auf dem Weg zur Arbeit Trainingskilometer:
20 km fährt er mit dem Rad jeden Tag hin und auch wieder zurück.
Dazu kommen Laufkilometer - 120 pro Woche, wenn er sich auf einen
Marathon vorbereitet. Wichtig ist - da waren sich die Läufer
einig und dem Patentrezept nahe - das Training zu variieren. Lange
langsame Läufe sollten mit kurzen schnellen abgewechselt werden.
Die Strecken sollten wechseln und ruhig auch mal hügelig oder
bergig sein.
Ansonsten:
Mehrere verschiedene Laufschuhe benutzen, auf übermäßigen
Alkoholgenuss verzichten, ein wenig Rumpf- und Bauchmuskulatur stärken
und nichts übertreiben. Asketisch sein muss auch keiner sein.
»Ein fetter Hamburger ist einfach klasse«,
sagte Katja Friedländer und wurde in dieser Einschätzung
von Claudia Hille unterstützt: »Ein
Hamburger nach dem Wettkampf ist toll!«
Am 8. März geht es dann aber doch ins Extreme.
Zu Gast sein wird in der HypoVereinsbank um 19 Uhr Robert Wimmer.
Der Sieger des Transeuropalaufs wird über den Bad-Water-Lauf,
das heißeste Rennen der Welt berichten. Übrigens: Für
den City-Lauf am 3. Juni lagen am Dienstag schon 400 Anmeldungen
vor.
Podium:
Tobias Hegmann, Claudia Hille, Klaus Brantsch, Katja Friedländer,
Marco Schneider und Sandra Lukaschek (von links) standen bei der
Podiumsdiskussion zum Thema Laufen Rede und Antwort. |