| Erste TSG - Alpenüberquerung
mit dem Mountainbike gelungen
Und
wieder haben zwei Athleten aus der Ausdauersportabteilung der TSG
Kleinostheim eine Premiere hinter sich gebracht. Sie tragen jetzt
mit Stolz den Titel „erste TSG Alpenüberquerer“
und berichten gerne von ihren Erlebnissen. Vom Tegernsee bis Torbole
am Gardasee (Cafe Wind) haben Mario
Stenger und Michael
Schwarz mit ihren Bikes innerhalb von acht Tagen die Alpen überquert
und dabei 517 km zurückgelegt sowie
18.197 Höhenmeter überwunden.
Um 6:15 Uhr fuhren sie am 14.07.2005 mit dem Zug von Aschaffenburg
nach Tegernsee (zu früh für Wolfi
Höfer!). Unterwegs spendierte ein freundlicher Rentner
gleich zwei Prosecco. Nach der Ankunft in Tegernsee um 11:00 Uhr
gab es schnell noch einen Kaffee (die freundliche Bedienung wollte
nicht mit aufs Bild).und dann ging es bis zum Abend über die
Stationen Monialm, Kaiserhaus
und Inntal nach
Weerberg. Damit war ein guter Einstieg
gelungen und ein erster, eindrucksvoller Tag verbracht worden.
Von Weerberg nach Maiern in zwei Tagen
Am zweiten Tag nahmen sie das Gaiseljoch
mit seinen 2300 Höhenmetern in Angriff, eine sportliche Tour
in der wunderschönen Umgebung der Tuxer
Alpen. Über Lanersbach kamen
die beiden dann nach Hintertux, wo die
anstrengende Auffahrt, steil bergan zum 2338m hoch gelegenen Tuxerjoch
führte. In der gleichnamigen Hütte verbrachten sie die
Nacht, um am nächsten Tag mit der Abfahrt durch das Schmirental
über die alte Brennerbundesstraße nach Gries
zu fahren. Anschließend mussten sie über das Portjoch
und das Sandjoch (2209m), um über
Sterzing in ihr Wellnesshotel (www.schneeberg.it)
nach Maiern zu gelangen. Hier erholten
sie sich erst mal von ihren Blessuren und Strapazen.
Vierte
Etappe
Als Königsetappe dieser Alpenüberquerung bezeichneten
sie, wie im ersten Bericht angekündigt, die heutige Tour. Von
Maiern erfolgte der Aufstieg zur Schneebergscharte
(2690m), dann folgte eine rasante Abfahrt nach Moos
an der Timmelsjochstraße. Bedauerlicherweise
waren alle Geschäfte geschlossen (Sonntag Nachmittag); deshalb
startete unser leistungsmäßig gleich starkes Duo sofort
durch (15.15 Uhr MESZ) und kam genau sechzig Minuten später
in Pfelders auf 1622m an. Obwohl angeblich
im Urlaub, waren weder Mario noch Michael abgeneigt, das eigentliche
Dach der Tour noch am gleichen Tag in Angriff zu nehmen. Die Luft
wird in diesen Höhen immer dünner und die Kraftaufwendungen
immer größer. Der Gipfelsturm auf das Eisjöchl
mit seinen 2895m erfolgte um 19.05 Uhr und anschließend betäubten
sich zwei ausgebrannte Alpenbiker mit Weißbier und nächtigten
oben in der Stettiner Hütte.
Erlebnisreicher fünfter Tag
Ein ergreifender Sonnenaufgang (um 5.30 Uhr, wieder nichts für
Wolfi) entschädigte für die Anstrengungen des Vortages.
Nach einem ausgiebigen Frühstück erfolgte auf der fünften
Etappe auf traumhaftem Trail ein „neverending downhill“
aus einer Höhe von 2895m über die Eishofhütte
bis nach Naturns im Schnalstal auf 526m.
Es handelt sich hierbei um die längste Alpenabfahrt (das wäre
nichts für Roger)
und gilt als gefährlich, weil auf der engkurvigen und stufigen
Strecke alle erdenklichen Schikanen eingebaut sind. Originalton
Mario: „ein Downhill nur für die Besten“.
Beim anschließenden Anstieg auf die Naturnser
Alm reparierten die beiden uneigennützigen Urlauber
einer frustrierten Schweizer Bikerin (gut aussehend) das platte
Hinterrad. Angeblich wurden sie für ihre Leistungen angemessen
entlohnt. Der entstandene Zeitverlust wurde selbstverständlich
auf der Abfahrt nach St. Pankraz wieder
herausgefahren. Im dortigen Hotel Post war leider auch die Tagesetappe
wegen eines starken Sommergewitters zu Ende. Sie schwärmten
von einem tollen Frühstück, obwohl sie dort die einzigen
Gäste waren.
Heute war Schieben angesagt
Das Vorabendgewitter bescherte ihnen am sechsten Tag auf dem Weg
von St. Pankraz über die Spitzenalm
und die Brezner Alm eine dreistündige
Schiebetour. Auf einer Schlamm- und Geröllpiste (das war nix
für Mario) plagten sie sich weiter ab bis Cles
und Tuenno. Hier kam es zu einer dramatischen
Trennung im Streit, weil der Statistiker Michael 71 Kuhgatter zählte,
die auf der bisherigen Reise insgesamt geöffnet und geschlossen
werden mussten. Mario
kam aber nur auf 67. Eine Einigung war nicht in Sicht, die Situation
eskalierte. und Mario bog links ab in Richtung Gardasee
(habe die Schnauze voll). Insider berichteten, er hätte sich
in den Apfelplantagen noch verfahren und in Molvena
dann einen Schwächeanfall weggefressen. Michael lenkte sein
Bike über den Lago di Tovel, übernachtete
da und genoss dann eine Schiebe- Tragestrecke über den Passo
Groste (2442m). Ein kerniger Downhill führte ihn nach
Madonna di Campiglio und dann weiter nach
Torbole am Gardasee. Mit Hilfe der modernen
elektronischen Technik (SMS) fanden sich die für 24 Stunden
getrennten Freunde im Cafe Wind (hier
wurde in den letzten beiden Tagen viel Zeit verloren) und feierten
Wiedervereinigung mit Weizenbier und dem Tophit: „echte
Freunde kann niemand trennen“.
Letzter
Tag – endlich mal ohne Gepäck
Der Monte Altissimo mit seinen zwölfprozentigen
Anstiegen im Schnitt, hatte es den beiden Ausdauersportlern angetan.
Von einer schwierigen und sehr anspruchsvollen Biketour wird in
den Bike-Guides berichtet. Von 78m Meeresspiegelhöhe ging es
hinauf auf 1720m in 1:35 Stunden (wir
haben ja Urlaub, gell Thomas). Mario erzählte, dass er oben,
beim Warten auf Michael eine Fotosafari gemacht habe. Und Michael
wies darauf hin, dass sein geplatzter Schuh (!) klare Hinweise darauf
gibt, mit welcher Kraft und Energie er in die Pedalen trat. Außerdem
sei er die komplette Alpenüberquerung mit angezogener Handbremse
gefahren (ein Rad lief unrund). Mario zeigt sein dabei überlegenes
Lächeln.
Bis auf zwei Plattfüsse waren keine Schäden zu beklagen.
Der Wettergott hatte es mit ihnen ebenfalls gut gemeint. Die mitgebrachten,
herrlichen Aufnahmen von dieser Alpenüberquerung können
in unserem Bilderalbum
betrachtet werden. Nachahmern sei diese Tour wärmstens zu empfehlen,
sofern keine Lutscher oder Weicheier dabei sind.
Roland Jäger
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