TSG Kleinostheim - Ausdauersport

 

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Speakers Corner
Hallo liebe Freundinnen und Freunde des Ausdauersports,

zunächst möchte ich kurz an dieser Stelle dieses neue Beitragskonzept in unserer Rubrik Speakers Corner vorstellen. Ursprünglich wollte ich in lockerer Folge die wöchentlichen Beiträge im Kleinostheimer Mitteilungsblatt bereichern - durch Hintergrundberichte und Themen über bzw. betreffend den Ausdauersport. Zielgruppe sollte die in Sachen Ausdauersport laienhafte Leserschar sein, um spezifische Themen um den Ausdauersport zu erklären. Leider wurde ich von der Redaktion des Mitteilungsblattes relativ rüde ausgebremst, da nach Auffassung der Redaktion das Mitteilungsblatt nicht das richtige Forum für diese Art der Berichterstattung darstellen würde! In Rücksprache mit unserem Web-Master erfolgen an dieser Stelle, in abgewandelter Form für das informierte Lesepublikum, Beiträge in loser Folge, die mit dem Ausdauersport in Verbindung stehen. Schwerpunkt der Inhalte werden hauptsächlich medizinische Aspekte im Zusammenhang mit unseren Aktivitäten darstellen. Für Kritiken, Anregungen, Wünsche, Fragen etc. habe ich stets ein offenes Ohr und bin über eMail zu erreichen.

AUSDAUERSPORT UND ERNÄHRUNG
In Kreisen des Ausdauersportes wird das Thema der „richtigen“ Ernährung mehr als einmal angesprochen. Insbesondere in der Schlussphase der Vorbereitung auf diesen oder jenen Wettkampf schwört ein jeder auf sein spezielles Geheimrezept in Bezug auf Zusammensetzung verschiedenster Komponenten der „richtigen“ Ernährung!

Zur Einführung: Jede Form von Ernährung, die für sich den Anspruch auf Vollständigkeit beansprucht, besteht aus vier Basiselementen - unabhängig von Belastung, Leistungsklasse, Ausdauersportler oder Bewegungsmuffel.

1. Kohlenhydrate
40 bis 60% unserer benötigten Energie wird durch Kohlehydrate abgedeckt, deren wichtigste Aufgabe die Bereitstellung der Energie und Bildung von Vorstufen der Nukleinsäuren und Glykoproteinen datstellt. Diverse Gewebe sind stark glukoseabhängig wie Blutzellen, Gehirnzellen, Nierentubuluszellen. Zentraler Punkt der Kohlenhydrate-Stoffwechselwege ist die Glukose, deren Energiegewinnung durch Glykolyse erfolgt.

Übrigens: 1g Glukose liefert 4,1 kcal Energie

Glykogen stellt die Speicherform der Glukose dar. Glukose kann aus Nicht-Kohlehydraten (Proteine, Fette) in der Leber auf endogenem Weg neu gebildet werden (=Glukoneogenese) oder durch Glykogenabbau mobilisiert werden. Alle diese Vorgänge werden durch Hormone gesteuert. Der Verbrauch durch Verbrennung von Glukose beträgt in Ruhe 250 g/d und kann Werte von 500 g/d erreichen! (d = pro Tag). Überschüssige Mengen werden als Glykogen in Leber und Muskulatur gespeichert.

2. Proteine
Bei normaler Ernährung decken Proteine 12 bis 18% des täglichen Energiebedarfes. Baustein der Proteine sind die Aminosäuren, Speicherort das Muskelgewebe. Aminosäuren sind Bestandteile der Strukturproteine (Kollagen), Hormone, Enzyme und Transportproteinen wie Hb ( = Hämoglobin), Albumin, Transferrin. Neben dem sog. Fettpool stellen die Proteine die bedeutendste Energiereserve. Bei der Verbrennung von Aminosäuren entsteht Harnstoff, der über die Nieren ausgeschieden wird. Die nutzbare Energie aus Aminosäuren liegt im Durchschnitt bei 4 kcal/g AS. Wichtig bei der Proteinzufuhr ist die biologische Wertigkeit wobei der Bedarf an essentiellen Aminosäuren ( = nicht durch körpereigene Biosynthese ersetzbar!) gedeckt sein muss. Auch nichtessentielle Aminosäuren werden als Stickstofflieferanten benötigt.

3. Fette
Fette decken 30 bis 55% des Gesamtenergiebedarfs. Zu ihnen zählen die Triglyzeride (= Neutralfette), Lipoide, Phospholipide und Cholesterin. Neben ihrer Aufgabe als wichtiger Energiespeicher dienen die Fette als Wärmeschutz und Vorstufe von Gallensäure. Substrat zur Oxidation (= Verbrennung) und damit Energielieferung sind die freien Fettsäuren. Werden diese zur Energielieferung nicht benötigt erfolgt die Speicherung in Form von Triglyzeriden.

Übrigens: 1g Fett liefert 8,1 bis 9,3 kcal Energie

4. Wasser-Elektrolyte, Spurenelemente, Vitamine
Der Wasserbedarf beträgt 30ml/kg/d ohne Ausgleich von Verlusten wie: Fieber, Atmung, Schwitzen! Dazu Mengenelemente wie: Natrium, Kalium, Calzium, Magnesium, Chlor, Phosphor, Schwefel. Ferner Spurenelemente wie: Kupfer, Fluor, Zink, Selen, Mangan, Eisen, Jod. Und Vitamine: wasserlösliche (B und C), sowie fettlösliche ( A, D, K und E).

Auf die Themen Wasserhaushalt, Elektrolyte und Vitamine werde ich bei Gelegenheit ausführlicher eingehen, da diese komplexe Themen den Rahmen dieser Basiseinführung in Sachen „Ernährung“ sprengen würde.

Bis demnächst - Klaus Jäger