TSG Kleinostheim - Ausdauersport

 

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Powerfrau Claudia Hille will Ding durchziehen

Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass der Begriff „Powerfrau“ für Sportlerinnen wie Claudia Hille aus Alzenau geschaffen wurde. Als der Ausdauer-Dreikampf Triathlon in Deutschland noch kein modischer Schnickschnack für Jedermann, sondern eine allumfassende Herausforderung war, Ende der Achtziger Jahre, hat die mittlerweile 40 Jahre alte Mutter einer 7-jährigen Tochter mit dem Schwimmen, Radfahren und Laufen auf hohem Niveau begonnen.

Seither ist sie viermal in Hawaii gestartet, aber auch im fränkischen Roth, in Zürich und in Kanada. Im Duathlon (Laufen-Radfahren-Laufen) war sie einst Altersklassen-Weltmeisterin und Vize-Europameisterin, vor drei Wochen wurde sie in Backnang deutsche AK-40-Meisterin.

Doch seit einigen Monaten hat die EDV-Koordinatorin der Fluggesellschaft Condor ein weiteres sportliches Betätigungsfeld gefunden, die regionale Laufserie des Main-Lauf-Cups (MLC). Und wie nicht anders zu erwarten, setzt sich auch hier ihr Ehrgeiz durch. Fünf von 16 Wertungsrennen sind absolviert, und Claudia Hille hat längst die Gesamtführung übernommen. Mit 389 Punkten liegt die sportliche Mutter im Trikot der TSG Kleinostheim knapp vor Regina Blatz (TV Salmünster; 386 Punkte).

Beiläufig aufmerksam geworden

Dass es den Main-Lauf-Cup überhaupt gibt, hat Claudia Hille eher beiläufig mitbekommen. Am 31. Dezember 2005 wollte sie beim Frankfurter Silvesterlauf starten, doch der eisige Untergrund war dann doch wenig einladend. Den Frankfurter City-Halbmarathon Anfang März (1:27:32 h; 9. Platz) lief sie ohne zu wissen, dass dort MLC-Punkte vergeben werden.

Ebenso den Griesheimer Citylauf Ende März. Erst danach machte sie ein befreundeter Läufer darauf aufmerksam, was es mit dem Main-Lauf-Cup auf sich hat. Claudia Hille informierte sich auf der Homepage www.main-lauf-cup.de, war angetan von der Laufserie und gewann anschließend die 10-Kilometer-Rennen in Nieder-Erlenbach und zuletzt in Großkrotzenburg. Aus dem Training heraus, wie sie sagt, am Tag zuvor hatte sie noch sechs Stunden trainiert.

"Ziehe das durch"

„Jetzt ziehe ich das auch durch“, sagt Claudia Hille. Soll heißen: Sie wird insgesamt mindestens sieben Läufe hinter sich bringen, um in die Gesamtwertung zu kommen.

Was nicht ganz einfach wird, denn neben Beruf, Familie und dem Engagement im Triathlon und Duathlon stehen natürlich auch andere Lauf-Wettkämpfe auf dem Programm. Etwa Mitte Mai der Halbmarathon in Würzburg, wo sie zum dritten Mal in Folge auf Platz zwei lief (1:25:57 h). Am nächsten Freitag, 19. Mai, ist Claudia Hille beim Stadtlauf in Aschaffenburg am Start, deshalb setzt sie zwei Tage später bei der Main-Lauf-Cup-Veranstaltung aus. Der 31. Steinberger Wald-Volkslauf (21. Mai) findet also ohne Claudia Hille statt.

Manchmal fragen Freunde an, ganz unverbindlich nach dem Motto „Hast Du mal eine Stunde Zeit?“, doch sie könne „ganz wenig spontan machen.“ Die Tage, Wochen und Monate sind verplant. 25 Stunden Arbeit pro Woche, 14, 15 Stunden Training, an den Wochenenden meistens Fahrten zu Wettkämpfen. „Ich bin ein perfekt organisierter Mensch.“

Marathon im Visier

Glücklicherweise sei ihr Mann auch Triathlet „und genauso verrückt und extrem. Ansonsten würde das gar nicht gehen.“ Und die Tochter? Sie ist meistens dabei, klatscht, ruft, feuert an, nur manchmal fragt sie: „Müsst ihr jetzt schon wieder laufen?“

Doch es gibt viel zu tun. Im Sommer, Ende August, mit der inoffiziellen Duathlon-WM in der Schweiz als Höhepunkt. „Da ist kein Kilometer flach.“ Und das bei 12 Kilometer Laufen, 150 Kilometer Radfahren und nochmals 30 Kilometer Laufen. Spätestens im September wird Claudia Hille wieder verstärkt im Main-Lauf-Cup dabei sein. „Dann habe ich mehr Zeit.“

Dass die MLC-Laufserie vielen Teilnehmern als Vorbereitung für den Messe Frankfurt Marathon (29. Oktober) dient, ist für sie weniger relevant. Sie ist ohnehin fit, was sie zum Saisonabschluss bei dem Marathon-Klassiker in der Börsenmetropole nochmals beweisen möchte. Die persönliche Bestzeit (2:50 h) lässt einiges erwarten.