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| Speakers Corner |
Hallo Fans und Faninnen und alle, die die Nacht von
Freitag auf Samstag faul und bequem daheim im Bett verbracht haben!
Erstmal vielen Dank an alle, die sich bereits über die Ergebnisse
informiert haben und Ihre Grüße gesendet haben –
Danke schön!! Und
nun ein kleiner Lagebericht:
Nach ca. 7 h Anfahrt durch quälende Hitze und Staus, erreichten
wir gegen 17 Uhr am Freitag, den 13.06. nach mehrfachen Wutanfällen
im Auto, völlig entnervt Biel. Nach
laufen war mir gar nicht mehr zu Mute. Kopfschmerzen und Laufunlust
machten mir zu schaffen. Erstmal die Startunterlagen holen und dann
ab zur Pension, um die letzen Vorbereitungen zu treffen. Gegen 20
Uhr machten wir uns auf nach Biel. 22
Uhr: ca. 1700 Verrückte machen sich auf die Strecke. Es
hat ca. 27 ° und es herrscht drückende Schwüle, so dass
man bereits nach 300 m völlig trieft. 22:04
Uhr: Die erste Nervensäge fängt eine Unterhaltung
mit mir an, leider gerät er an die falsche, ich bin nicht in
der Stimmung mich voll labern zu lassen und versuche, Ihn loszuwerden
(hat auch geklappt). Meine Entzündung im rechten Sprunggelenk
lässt grüßen – das kann ja heiter werden. Hunger
habe ich schon seit einer Stunde und hoffe, die nächste Verpflegungsstelle
kommt bald. Langsam finde ich mein Tempo (ca. 6 min/km) und lasse
es laufen. Nach 5 km verlassen wir Biel,
es geht über Landstraßen und Feldwege, der Vollmond sieht
fantastisch aus, die Schmerzen lassen langsam nach und ich ziehe langsam
mein Tempo an. Bis km 30 läuft alles
prima, die ersten müssen bereits wandern. Km
45: Die ersten Verpflegungsstellen habe ich hinter mir, irgendwas
war dabei, was ich nicht vertragen habe und bekam einen Allergieschock.
Quaddeln von der Kniekehle bis zum Hals, die grauenvoll juckten, brachten
mich fast in den Wahnsinn! Die Luft wurde knapp, Gesicht schwoll zu,
Sani´s nicht verfügbar, aussteigen unmöglich –
also, … weiterlaufen. Km 60: Der
berühmt berüchtigte Ho ching ming (???) Pfad – ohne
Taschenlampe läuft hier nix. Ein Franzose sitzt mir im Nacken,
seine Taschenlampe scheint nicht zu funktionieren. Er stolpert hinter
mir über Steine und Baumwurzeln und sein ständiges Fluchen
und „Merci, merci, merci“ nerven tierisch. Nach 10 km
hat der Pfad ein Ende, die Sonne geht langsam auf, ich denke an alle,
die daheim friedlich in ihren Betten „schlummern“ und
verfluche denjenigen, der mich zu diesem Event überredet hat
?.
Bei Km 70 frühstücke ich und keine
10 min später fangen die Quaddeln wieder an und ich fühle
mich hundeelend. Fange an zu walken. Verziehe mich zum 5. Mal ins
Gebüsch und rechne aus, dass ich walkend noch mind. 5 Stunden
brauche – ächz! Ich beschließe, an der Verpflegungsstelle
bei km 82 auszusteigen, fühle mich
als Versager und trotte weiter, halb laufend, halb walkend. Weniger
später kommen Oskar und ??? (Name unbekannt), die beiden können
auch nicht mehr und reden mir das aussteigen aus. Die beiden nehmen
sich als Ziel, mich durchzubringen. Oskar läuft hinter uns und
findet meine Hotpants und meine langen Beine klasse – bitte
schön, wenn’s ihm hilft. Ich bin viel zu kaputt um mich
darüber aufzuregen. Neben mir läuft ??? (Name unbekannt)
jung, knackig, gut gebräunt und sympathisch, ein kleiner Lichtblick.
Ab km 90 gibt es keinen Schatten mehr. Morgens
haben wir schon 29°, die Sonne brennt und das blöde km
95 – Schild taucht nicht auf. Endlich, km
95 – nur noch 5 km, die immerhin bei unserem Tempo noch
50 min dauern werden. Aber auch die gehen rum, das Ziel ist in Sicht.
Zu dritt, Hand in Hand überqueren wir die Ziellinie und ich bin
froh, nicht aufgegeben zu haben!! 11:48
h, 51. Frau gesamt und 2. in der Altersklasse, nur eine kleine
Blase am Zeh, platt gelaufene Füße, aber sonst alles ok.
2 Tage später, kein Muskelkater mehr, ich fühle mich wieder
super – der nächste Lauf kann kommen!
Gruß
Katja |
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