Zugspitz-Extremberglauf am 22.07.2007
Oliver
Assmus war dabei und schickte uns seine Erlebnisse
Nach
Bernds
- mit einigen Steigungen gewürztem - Strietwälder
Crosslauf und dem einen Tag später stattfindenden Mörfeldener
Abendwaldlauf, bei schwülheißen 32°C und Millionen
von Stechmücken, fühlte ich mich nicht wirklich frisch
und ausgeruht, machte mich aber sechs Tage später, am frühen
Samstagmorgen, auf den Weg ins Zugspitzdorf Ehrwald.
Vor allen Urlaubern kam ich gut durch und erreichte nach drei Stunden
das Autobahnende bei Memmingen. Dann kam es allerdings dick und
die letzten paar Kilometer hätte ich zu Fuß schneller
zurückgelegt. Egal, nach dem check-in im Hotel lachte die Sonne
vom Himmel und ich erkundete Ehrwald und die ersten Kilometer der
Strecke am Sonntag. Das Wetter sollte nicht schlechter werden und
so war ich erstaunt, als mich morgens das Trommeln des Regens weckte.
Es schüttete wie aus Kübeln und die Berge waren vollkommen
in den Wolken verschwunden.
Das Rennen beginnt
Pünktlich
zum Start ließ der Regen aber nach und ich reihte mich im
ersten Drittel des Starterfeldes ein. Nachdem der Startschuss gefallen
war, staunte ich nicht schlecht, als etliche Mitstreiter losrannten,
als wären wir auf einem flachen 10km Kurs. Ich lief verhalten
los, denn kaum war die Ortsgrenze von Ehrwald erreicht, ging es
auf Asphalt- und Wirtschaftswegen der Steigungskategorie Sailauf-Engländer
steil bergauf. Ich lief mein Tempo mit kleinen Schritten konstant
weiter und sammelte die Sprinter, die teilweise jetzt schon von
Laufen auf Gehen umgestiegen waren, wieder ein. Relativ zügig
wurde die Ehrwalder Alm mit der ersten
Verpflegungsstation erreicht und wir verließen, bei wieder
einsetzendem Regen, die Wirtschaftsstrasse. Jetzt ging’s richtig
in den Berg. Die Wege reduzierten sich auf schmale Bergpfade, die
vom mehrstündigen Regen aufgeweicht waren. Der Weg wurde zunehmend
rutschig, stellenweise sogar seifig. Ein Schritt vor, einen halben
zurück. Nach der Hochfeldern Alm
zogen wir Richtung Gatterl an die Tiroler
Landesgrenze. Der Weg wurde jetzt teilweise so steil, dass
nur noch Gehen möglich war. Teilweise musste ich meine Hände
zu Hilfe nehmen. Die letzten Meter vorm Gatterl hatten mehr den
Charakter einer Klettertour als den eines Laufes.
Nach
dem Gatterl führte der Kurs erstmal bergab, was aber
keinesfalls Erholung für die Teilnehmer bedeutete. Jeder musste
höllisch aufpassen, auf dem steilen, steinigen und sehr rutschigen
Pfad nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Das war nichts für
Leute mit Höhenangst, denn neben dem Weg blickten wir einige
hundert Meter in die Tiefe. So stolperte man mehr als man lief durch
eine lang gezogene Senke wieder bergauf Richtung Knorrhütte.
Die Landschaft bekam Mondcharakter und ein eisiger Wind pfiff durch
die nassen Klamotten. Auch in diesem Jahr sollte es, wie in den
beiden Jahren zuvor, wieder bis zur Bergstation der Tiroler Zugspitzbahn
auf 2944m Höhe gehen. An der Verpflegungsstation
Knorrhütte teilten die Helfer den vorbei kommenden
Läufern aber mit, dass aufgrund des schlechten Wetters auf
der Spitze, der Lauf bis zum Sonnalpin
verkürzt wurde. Oben gab es tatsächlich Schneefall und
Temperaturen um den Gefrierpunkt. Außerdem schränkte
starker Nebel die Sicht der Läufer und Helfer ein.
Auf dem letzten Kilometer fing mein Puls
an zu rasen und die Oberschenkel brannten wie lange nicht mehr.
Ich musste etliche Läufer passieren lassen und schleppte mich
Meter für Meter den Berg hinauf. Ausgerechnet hier standen
dann die Veranstaltungsfotografen. Plötzlich tauchte nach einer
Senke das vorgezogene Ziel vor mir auf und ich raffte mich für
einen letzten Sprint auf. Nach 2:23h war
das Abenteuer Zugspitzextremberglauf für mich vorbei. Nach
Abholung der obligatorischen Finishermedaille und der Zielverpflegung
schaute ich mich noch ein wenig in der Bergstation um und trat dann
die Talfahrt mit der Zugspitzbahn an. Im Tal hatte ich mich wieder
soweit erholt, dass ich die rund fünf Kilometer von der Talstation
zum Hotel zum Auslaufen nutzen konnte. Nach ein paar Runden im Schwimmbad
setzte ich zufrieden und angenehm k.o. ins Auto und fuhr wieder
gen Heimat.
Einen ausführlichen Bericht vom Zugspitzberglauf hat LaufReport
bereits online gestellt. Und hier ist das Profil
dieser extremen Tortur.
Oliver
Assmus
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