25.05.2010 Erlebnis Rennsteiglauf von Sarah von Kutzleben
Endlich bin ich Ultraläuferin!
Mein erster gescheiterter Versuch mit Stefan Schlett, Alois Mühltaler und meiner Mutter eine Ultrastrecke zu laufen, liegt 12 Jahre zurück, seitdem habe ich keine Langstrecke mehr in Angriff genommen. Von Matthias und seinem Bruder habe ich mich in diesem Jahr überreden lassen, es am Rennsteig noch einmal zu versuchen. Nach minimaler Vorbereitung habe ich nicht an einen Zieleinlauf geglaubt und bin doch tatsächlich nach 9:26 Std. ins Ziel gekommen. Der Rennsteiglauf führt 72,7 km durch den Thüringer Wald, hinzukommen knapp 1500 Höhenmeter, vor denen ich den meisten Respekt hatte. Nach der Kloßparty am Vorabend und einer kurzen Nacht ging es am 8.05.2010 um 6 Uhr in Eisenach los. Ich lief von Anfang an ein sehr langsames Tempo und ging alle Steigungen.
Bei km 25 hatte ich bereits die Hälfte der Höhenmeter absolviert und erreichte den großen Inselsberg mit 916 Höhenmetern. Hier ging es sehr steil bergauf und anschließend wieder sehr steil bergab. Wegen aufkommender Knieschmerzen lief ich das erste Mal während eines Rennens ca. 200 m rückwärts und nicht erst einen Tag nach dem Wettkampf. Leider war es während des gesamten Laufes nebelig und kalt (3°-7°C), so dass mir Ausblicke von den Anhöhen auf den schönen Thüringer Wald verwehrt blieben. Dafür war die Verpflegung ganz nach meinem Geschmack – Haferschleim – lecker! Er füllte meine Speicher so gut, dass ich genug Kraft für die gesamte Strecke hatte. Die Beine wurden im letzten Drittel immer schwerer und das Anlaufen immer mehr zur Last. Meine Motivation galt die ganze Zeit dem Ort Schmücke, der bei km 65 liegt. Mir war klar, wenn ich den erreiche, komme ich ins Ziel. Ab Schmücke geht es fast nur noch bergab. Durch die vielen Eindrücke und Unterhaltungen während des Laufes mit eingefleischten Ultraläufern war der Lauf dennoch sehr kurzweilig. Endlich im Ziel in Schmiedefeld hörte ich das Lied „Heut ist so einer schöner Tag“, machte vor lauter Euphorie einen gigantischen Endspurt und jubelte, was das Zeug hielt. Ein Spruch eines Teilnehmers ist mir in Erinnerung geblieben: Niemals Erster aber immer Sieger.
Sarah von Kutzleben |