Die Eisheiligen der TSG Ausdauersportabteilung
“Diesmal vor Weihnachten schon im Einsatz“!
Es fing so an.....Manfred Steffen hat die Medaille zum Ausdauerzehnkampf bei der alljährlichen Abschlussfeier zu Weihnachtslauf versprochen bekommen, wenn er den 5 km Lauf vor Weihnachten nachholt. Deswegen bat er mich neulich, ihn als Zeugen zu begleiten. Samstagabend (19.12.10) schien der richtige Zeitpunkt gekommen: Minus Vier Grad, zwanzig Zentimeter hohe Schneedecke im Wald, Dreiviertelmond, wolkenloser Himmel – das schiere Wintermärchen im Wald! Kein Mensch, kein Tier, nur eine göttliche Stille umgab uns. Die Geister des Waldes und der Spessart-Yeti jagten uns in 33 Minuten über die 5000 Meter lange Strecke durch den Schnee. Stimmung, Atmosphäre und Ambiente waren einfach nur galaktisch! Aber das war noch nicht der volle Genuss.
Gleich danach rein ins Vitamar, geduscht, zwei Bahnen geschwommen und dann –die TSG-Schwimmer, die gerade ihr samstägliches Training absolvierten, schauten etwas irritiert- raus auf die Liegewiese und im herrlichen Pulverschnee gewälzt. Oh Mann – schon wieder ein Or…..!!! Und wie das so herrlich kribbelt, wenn der Body wieder in das warme Wasser des Pools eintaucht. Das mussten wir gleich noch mal wiederholen.
Dermaßen gestärkt und motiviert verabredeten wir einen Eisbade“versuch“-> eigentlich war es nicht kalt genug am Sonntagmorgen im Mainparksee. 9 Uhr, Null Grad Celsius, grauer Himmel, relativ windstill. Es knarrte verdächtig als wir vorsichtig die ersten Schritte auf der vom Schnee nassen Eisdecke wagten und mit einem Schneeschieber den Weg frei räumten, um in ca. 15 Meter Entfernung vom Ufer GANZ VORSICHTIG UND SACHTE ein Loch zu schlagen. Dies gelang in wenigen Minuten – aha, erste Schätzungen ergaben eine ca. 4 cm dünne Eisdecke. Da sollten wir rein und auch lebend wieder rauskommen. Also, raus aus den Klamotten, Hechtsprung ins Loch –HERRLICH, der 3. Orgasmus an diesem Wochenende!-, abtrocknen und mit einem heißen Kakao wieder aufwärmen. Kaum waren wir wieder angezogen, kamen auch schon die ersten Zuschauer: Manfreds Familie erschien am Ufer und die zukünftigen Junior-Eisheiligen schauten fasziniert unserem Treiben zu. Halleluja, das war erstmals in meiner jahrzehntelangen Eisbadekarriere, dass mir ein Sprung ins Eisloch schon vor Weihnachten gelang! Der Winter 2010/11 scheint viel versprechend zu werden…
Stefan Schlett |