18.07.2010 Bericht Seiser-Alm-Running 2010 von Sarah
Kleinostheim trifft Kenia
Mit den kenianischen Marathonstars über die Seiser Alm
 

Bei den Planungen zu unserem Wanderurlaub in den Dolomiten, stießen mein Freund Matthias Gerlach und ich auf eine interessante Laufveranstaltung in der Nähe unseres Urlaubsortes Völs am Schlern.
An unserem ersten Urlaubstag, dem 18.07.2010 fand der Seiser-Alm-Running 2010 statt.
Die Laufstrecke des Seiser-Alm-Run gehört zu einem ausgewiesenen Running Park mit weiteren sieben beschilderten Rundstrecken von unterschiedlichen Längen und Schwierigkeitsgraden mit einer Gesamtlänge von über 70 km.
Unsere Strecke, die zweitlängste des Running Parks, führte über einen Rundkurs von 12,7 km und einer Gesamthöhendifferenz von 400 Metern über die Seiser Alm, die größte und sicherlich schönste Hochalm Europas. Angeboten wurde zudem ein Publikumslauf über 8 km ohne Wertung.
Die Anreise zum Startplatz in Compatsch erfolgte mit der Seilbahn, was schon ein erstes besonderes Erlebnis bedeutete. Da der Start auf über 1800 Metern liegt, und wir aufgrund unserer knappen Anreise noch nicht akklimatisiert waren, forderte der Lauf einiges von uns.
Besonderer Höhepunkt war die Begleitung der Läufer durch die kenianische Marathon-Elite und die Chinesische Frauen-Nationalmannschaft der Marathonläuferinnen.
Die beiden Gruppen verbringen jedes Jahr über die Sommermonate mehrere Wochen auf der Seiser Alm zum Höhentraining. Vor und nach dem Lauf standen die sympathischen kenianischen Läufer für gemeinsame Photos aber auch für Gespräche zur Verfügung. Es machte den Kenianer sichtlich Spaß, bekamen sie doch durch die Veranstaltung ein bisschen Abwechslung in ihren Trainingsalltag.
Um nur ein paar Namen der anwesenden Kenianer zu nennen:
- Samuel Wanjiru (bis März 2010 Weltrekord Halbmarathon:58:33, Olympiasieger im Marathonlauf 2008)
- Martin Lel (3x Sieger London-Marathon, Bestzeit: 2:05:15)
- James Kwambai (Platz 2 der ewigen Bestenliste hinter Haile Gebrselassie mit 2:04:27)
- Robert Cheruiyot (4x Sieger Boston-Marathon)
An jeder Ecke des Laufes bot sich ein neues atemberaubendes Panorama, was den Seiser-Alm-Run zu einem unvergesslichen Erlebnis machte.
Vielleicht war dies ein Grund, dass ich mich, obwohl die Laufstrecke bestens ausgeschildert war, an der ersten Verpflegungsstation verlaufen habe. Hier teilte sich die 8 km von der 12,7 km Strecke. Ich lief gerade aus und mit mir noch weitere Läufer des Seiser-Alm-Run, so dass mir mein Fehler erst gar nicht auffiel. Leider wies mich auch kein Verantwortlicher auf die falsche Strecke hin. Nach etwa einem Kilometer merkte ich mein Versehen und drehte um. Nachdem der vorherige Kilometer steil abwärts ging, musste ich die Steigung wieder nach oben. So verlor ich mehr als zehn Minuten.
Glücklicherweise traf ich Uschi, die ich vor dem Lauf kennen gelernt habe, und die sich ebenfalls verlaufen hatte. So liefen wir gemeinsam am Ende des Feldes. Die Motivation schnell zu laufen, war natürlich dahin. Als wir gegen Ende einer Läufergruppe näher kamen, strengten wir uns noch einmal an, wollten wir doch nicht als Letzte ins Ziel kommen.
Trotz dieses Fehltrittes war der Seiser-Alm-Run für mich eines meiner schönsten Lauferlebnisse und das bei einem Startgeld von nur 20€, was die Berg- und Talfahrt mit der Seilbahn, ein T-Shirt, ein Essens- und Getränkegutschein und einen Verpflegungsbeutel enthielt.
Wer für 2011 noch keine Pläne hat, dem kann ich die Seiser Alm als Trainings- und Wettkampfgebiet nur empfehlen.
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