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24.07.2011 Rennbericht IRONMAN Frankfurt von Arnd H.

Ein ereignisreicher längster Tag und eine anstrengende Vorbereitung liegen jetzt ein paar Tage zurück. Da ich von vielen Seiten Glückwünsche bekommen (was mich sehr freut) wollte ich wenigstens einen kurzen Rennbericht abgeben.

Die Vorbereitung begann für mich schon im Oktober 2010 nach einer etwas enttäuschend verlaufenden Saison mit mäßigen Leistungen und einigen Verletzungen. Ich wollte in Frankfurt eine besondere Leistung zeigen und da ich Claudis Arbeit als Trainerin sehr schätze war der erste Gedanke Sie als Trainerin zu engagieren. Leider waren wir nach einigen Überlegungen der Meinung, dass das neben der täglichen Abstimmung unseres Lebensablaufes (Tamara, Haus, Job, Freizeit, Freunde..) zu viel werden würde. Also sprach ich Frank Vytrisal an und freute mich sehr als er sofort zusagte. Der Rest bis zum 24.7. ist schnell zusammengefasst. Nach Analyse meiner bisherigen Trainings- und Wettkampfleistungen meinte Frank, dass ich mehr im Radfahren tun muss. Ich hatte mit allem gerechnet, aber damit nicht. Die ersten "Opfer" dieser Trainingsschwerpunktsetzung waren schon im Winter und auf Mallorca zu beklagen. Bis unmittelbar vor Frankfurt hatte ich dann allerdings in Alex & Ecki belastbare und treue Trainingsgefährten in allen Disziplinen...Danke!!!

Als ich dann Anfang der Woche den Wetterbericht für das Rennwochenende sah, überkam mich ein breites Lächeln. Nach all den Hitzerennen, versprach der Wetterbericht kühle, für Ausdauersportler angenehme 20 °C. Mit einem kleinen Regenschauer könne man auch mal rechnen, da ich gewohnt bin auch bei schlechtem Wetter zu fahren, sollte mich das nicht weiter stören. Die Trainingsergebnisse der letzten Wochen waren in allen Disziplinen so vielversprechend, dass meine neue Zielzeit 9:30 werden sollte.

Am 24.7. morgens brachte Claudi , Manni und mich zum Schwimmstart. Beim letzten Blick auf das Regenradar schwante mir schon Böses!
Um beim Schwimmen nicht in eine Schlägerei verwickelt zu werden, stellte ich mich ganz rechts auf. Ich bin bewusst etwas langsamer los geschwommen, um nicht allzu sehr zu Übersäuern. An der ersten Wendeboje bei ca.900 m konnte ich auf die Uhr schauen und war sehr zufrieden über die Anfangspace. Nun suchte ich mir einen vermeintlich schnellen Vordermann und schwamm entspannt an seinen Füssen. Beim Blick auf die Uhr nach der ersten Runde kam der große Frust...viel zu langsam um etwa eine Stunde zu schwimmen (Beim Testschwimmen im Rahmen des Swim Day war ich 58 min geschwommen). Nun versuchte ich Gas zu geben, aber das war leider nicht ganz einfach. Immer wieder fing meine Wade an zu krampfen und so kam ich mit 1:04 aus dem Wasser - es war der erste kleine Dämpfer an diesem Tag.

Im Wechsel kostete mich das Überziehen von Funktionshemd, Armlingen und Handschuhe zwar etwas mehr Zeit, aber das sollte sich nachher auszahlen.

Die ersten Kilometer auf dem Rad rollte ich sehr locker mit ca. 180 Watt dahin. Nach der letzten Wettervorhersage sollten es 16 °C und vereinzelte Regenschauer geben und diese eher nachmittags. Leider hat sich der Wetterbericht hier um ein paar Grad vertan. Es waren teilweise nur 10 °C, heftige Regengüsse und dazu ein frischer Wind aus Südwest. Den nächsten Dämpfer erfuhr ich nach dem Durchfahren der Kopfsteinpflasterpassage. Ich war ganz glücklich dass alles am Rad gehalten hat und übersah dabei eine üble Bodenwelle. Schwupss flog meine Radflasche über die Strasse. Eigentlich wäre ich einfach weitergefahren, aber genau in dieser Radflasche waren meine 15 aufgelösten Gels...die Nahrung für die gesamte Radstrecke. Also hielt ich an, lief laut fluchend zurück und musste zusehen wie alle Radfahrer, die ich in der letzten halben Stunde überholt hatte wieder vorbeizogen. Der zweite Dämpfer meiner Stimmung. Jetzt war aber alle Zurückhaltung dahin und ich fing an etwas mehr Druck zu machen. Nach der ersten Runde fühlte ich mich sehr gut & locker. Ein paar weitere Kilometer später wurde der Regen weniger und schließlich hörte es sogar ganz auf und die Straßen trockneten ab. Dann kam auch wieder mehr "Leben" in meinen Körper zurück und mir gelang es, wieder auf Rennmodus zu schalten. Die kommenden zwei Stunden haben richtig Spaß gemacht! Das nun angeschlagene Tempo war schnell, ich fühlte mich wohl und sammelte Einen nach dem Anderen ein. Am Ende zeigte mein Radcomputer 4:58 (da er die "Flaschenpause" gestoppt hatte), mein Durchschnittspuls lag gerade mal bei 131 (wie geplant) - nur aufgrund des Windes und der Nässe 10min zu langsam.

Der zweite Wechsel lief flott und ein Blick auf die Uhr zeigte mir, dass ein machbarer Marathon von 3:20 - 3:25 noch für eine 9:3x reichen würde. Und nun machte ich einen ganz großen Fehler...ich lief trotz der steifen Muskulatur zu schnell los. Die Kälte hatte einen Teil meiner Muskeln in Stahlseile verwandelt und anstatt vorsichtig zu starten lief ich die Kilometer zwischen 4:35 und 4:45. Ich wollte das gerade andersrum machen, aber Theorie und Praxis. So kam es ab km 20 wie es kommen musste, ich wurde von Schritt zu Schritt langsamer. Die Anfeuerungen meiner Familie, Freunden, Arbeitskollegen und vielen Zuschauer halfen mich über die km zu bringen. Und bei km 35 lief Tamara ein Stück neben mir her und brachte einen Gedanken zurück in den Kopf. "Papi streng dich an, nehm die Arme hoch, dann kann das noch Bestzeit werden"! Bestzeit auf der Ironman Strecke nach 16 Jahren bei diesen furchtbaren Wetterbedingungen...dafür wollte ich mich noch mal quälen.
Am Ende nach 9:46 ein herrlicher Zieleinlauf und eine tiefe Zufriedenheit mit meiner gezeigten Leistung.

Danke an Alle die mich dabei unterstützt haben!!!!!!!!!!!!!!!!!!

P.S: Den Kona-Slot habe ich nicht angetreten, dafür steht jetzt herrlicher Urlaub an ;-)

Viele Grüße
Arnd